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Feigwarzen (Genitalwarzen) vorbeugen

Feigwarzen (Genitalwarzen) vorbeugen
Aktualisiert am: 15.10.2025· Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Einleitung

Feigwarzen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Sie werden auch Genitalwarzen genannt, da sie vor allem an den äußeren Geschlechtsorganen auftreten. Häufig ist auch der Analbereich befallen. Deshalb sprechen Fachleute von anogenitalen – oder verwenden den medizinischen Fachbegriff Kondylome (genauer: Condylomata acuminata).

Ursache für die Hautwucherungen sind sogenannte Humane Papillomviren (HPV). An den Stellen, wo die Viren in die Haut eingedrungen sind, können Feigwarzen entstehen und sich weiter ausbreiten. Einzelne werden meist nur wenige Millimeter groß und verursachen keine Beschwerden, sind aber vielen Menschen unangenehm.

Feigwarzen lassen sich durch Medikamente zum Auftragen oder per Eingriff entfernen. Um erst gar keine zu bekommen, kann man sich vorbeugend gegen HPV impfen lassen – am besten im Jugendalter vor den ersten sexuellen Kontakten.

Was kann ich im Alltag tun, um mich und andere zu schützen?

Ein erster Schritt ist, sich gut über sexuell übertragbare Erkrankungen und ihre Übertragungswege zu informieren – etwa bei Ärztinnen und Ärzten oder im Gesundheitsamt. Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) und die Deutsche Aidshilfe unterstützen mit eigenen Beratungsangeboten sowie bei der Suche nach Beratungsstellen vor Ort. Dann kann man das eigene Risiko abwägen und entscheiden, ob und wie man sich vor Feigwarzen schützen will – etwa mit einer HPV-Impfung.

Einer HPV-Infektion lässt sich auch mit Kondomen oder Femidomen (Kondomen für die Frau) vorbeugen. Allerdings bieten beide gegen Feigwarzen keinen hundertprozentigen Schutz, da sie nur Penis oder Vagina (Scheide) abdecken. Die Viren können sich aber auch in den benachbarten Hautbereichen befinden, etwa am Hodensack, am Damm oder Po, und bei intimen Berührungen übertragen werden.

Für keimabtötende Mittel, die vor dem Sex in die Vagina eingeführt werden, konnte kein Schutz gegen Feigwarzen nachgewiesen werden. Auch sonst sind keine speziellen vorbeugenden Maßnahmen bekannt.

Hat man sich mit Feigwarzen angesteckt, geht es neben der eigenen Behandlung auch darum, andere zu schützen. Dazu gehört, Personen zu informieren, die man angesteckt haben könnte. Außerdem ist es wichtig, auf Sex mit Personen zu verzichten, die nicht durch eine HPV-Impfung vor einer Ansteckung geschützt sind, bis die Behandlung der Feigwarzen abgeschlossen ist und die Warzen verschwunden sind. In manchen Situationen ist dies aber nicht nötig – Betroffene sollten sich daher ärztlich dazu beraten lassen, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Wovor schützt die Impfung gegen HPV?

Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) schützen vor den verschiedenen Erkrankungen, die diese Erreger auslösen können: Bei Humanen Papillomviren vom Typ 6 und 11 sind das die gutartigen Feigwarzen. Andere HPV-Typen können Gewebeveränderungen vor allem am Gebärmutterhals hervorrufen, aus denen sich Krebs entwickeln kann.

In Deutschland stehen zwei Impfstoffe gegen HPV zur Verfügung, von denen einer – der sogenannte Neunfach-Impfstoff Gardasil 9 – auch vor den HPV-Typen 6 und 11 schützt. Er ist die Weiterentwicklung eines älteren Vierfach-Impfstoffs. Er schützt vor den beiden Feigwarzen-Erregern und zusätzlich vor sieben HPV-Typen, die das Krebsrisiko erhöhen.

Wann sollte gegen HPV geimpft werden?

Da HPV vor allem beim Sex übertragen wird, soll die HPV-Impfung möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt vollständig abgeschlossen sein. Sie wird deshalb in Deutschland für Jungen und Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Spätestens bis zum 18. Geburtstag sollte eine versäumte Impfung nachgeholt werden. Aber auch Erwachsene können sich noch impfen lassen, um sich vor Genitalwarzen zu schützen. Dann übernehmen allerdings nicht alle Krankenkassen die Kosten – am besten fragt man bei der eigenen Krankenkasse nach.

Frühestens 5 Monate nach einer ersten Impfdosis ist eine 2. Spritze nötig. War der Abstand geringer oder wurde erst nach dem 15. Geburtstag geimpft, sollten insgesamt 3 Impfdosen gespritzt werden.

Wie gut hilft die HPV-Impfung gegen Feigwarzen (Genitalwarzen)?

Für die HPV-Impfung wurde nachgewiesen, dass sie vor bösartigen Hautveränderungen schützt. Dass der Neunfach-Impfstoff auch vor Feigwarzen schützt, gilt ebenfalls als gesichert. Dazu gibt es jedoch weniger Daten. Die meisten Studien haben den (älteren) Vierfach-Impfstoff untersucht. Dieser wurde in mehreren Studien mit einem Scheinmedikament (Placebo) verglichen. Die Ergebnisse:

Mädchen und auch erwachsene Frauen, die bereits Sex hatten, schützt der Vierfach-Impfstoff vor Feigwarzen. Eine Forschungsgruppe hat dazu 4 Studien mit insgesamt mehr als 20.000 Teilnehmerinnen untersucht, die meist zwischen 16 und 26 Jahre alt waren. Nach der Impfung beziehungsweise dem Spritzen eines Scheinmedikaments wurde meist für etwa 2 bis 3 Jahre nachbeobachtet. In dieser Zeit zeigte sich:

  • 15 von 1000 Teilnehmerinnen, die ein Scheinmedikament erhielten, bekamen Feigwarzen.
  • 6 von 1000 geimpften Teilnehmerinnen bekamen Feigwarzen.

Für Jungen und Männer liegen weniger Daten vor als für Mädchen und Frauen. Eine Studie mit über 4000 Jungen und Männern zwischen 16 und 26 Jahren zeigt aber ebenfalls, dass der Vierfach-Impfstoff vor Feigwarzen schützt:

  • 35 von 1000 Teilnehmern, denen ein Scheinmedikament gespritzt wurde, bekamen innerhalb von drei Jahren Feigwarzen.
  • 12 von 1000 geimpften Teilnehmern bekamen in diesem Zeitraum Feigwarzen.

Studien deuten darauf hin, dass die Impfung bei Personen noch wirksamer ist, die davor noch keinen Sex beziehungsweise keinen Kontakt mit Humanen Papillomviren hatten.

Welche Nebenwirkungen sind möglich und was ist noch zu beachten?

Generell ist die HPV-Impfung gut verträglich. Mögliche, aber in der Regel harmlose Nebenwirkungen sind Rötungen, eine Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle. Ernste Nebenwirkungen wie eine allergische Reaktion treten sehr selten auf.

Wer am geplanten Impftermin eine akute Erkrankung mit Fieber hat, zum Beispiel eine starke Erkältung, sollte die HPV-Impfung verschieben. Bei einer leichten Infektion – etwa einem Schnupfen oder etwas erhöhter Temperatur – ist die Impfung aber möglich. Schwangere verschieben eine HPV-Impfung besser auf die Zeit nach der Geburt. Nach aktuellem Wissensstand besteht bei einer versehentlichen Impfung in der Schwangerschaft aber keine Gefahr für das Ungeborene. In der Stillzeit ist die Impfung mit Gardasil 9 generell möglich.

Symptome

Feigwarzen (Genitalwarzen) sind Hautwucherungen, die man sehen und ertasten kann. Meist haben die einzelnen einen Durchmesser von 1 bis 5 Millimetern. Sie können flach sein oder an kleinen Stielen an der Haut hängen, einzeln oder in Gruppen vorkommen. Feigwarzen haben oft denselben Farbton wie die gesunde Haut um sie herum, manchmal sind sie aber auch etwas dunkler.

Sie befallen typischerweise die äußeren Geschlechtsorgane und den After. Bei Frauen entstehen die vor allem um den Scheideneingang, bei Männern besonders zwischen Eichel und Penisschaft und im Bereich der Peniswurzel. Bei beiden können auch die Haut und Schleimhaut am After sowie der betroffen sein. Selten können Feigwarzen zu größeren Knoten mit rauer, zerklüfteter Oberfläche anwachsen – dann sehen sie wie Blumenkohlröschen aus.

Die können jucken. Weh tun sie normalerweise nicht, durch Reibung beim Sex kann der befallene Bereich jedoch schmerzen. Aber auch ohne solche Beschwerden sind Feigwarzen vielen Menschen unangenehm und können das Sexleben und die Lebensqualität einschränken.

Die fotorealistischen Grafiken zeigt, wie verschieden Feigwarzen aussehen können.

Ursachen und Risikofaktoren

Feigwarzen entstehen durch eine mit bestimmten Humanen Papillomviren (HPV), fast immer den sogenannten Genotypen 6 und 11. Die Viren dringen in die Haut ein und können dazu führen, dass sich die Hautzellen stark vermehren. Dadurch entstehen gutartige Hautwucherungen – die Feigwarzen. Man geht davon aus, dass aus ihnen in der Regel kein Krebs entstehen kann. Das unterscheidet diese Erreger von anderen Humanen Papillomviren, die mit der Zeit zu bösartigen Veränderungen der Haut oder Schleimhaut führen können.

Nicht alle Menschen, die sich mit HP-Viren vom Typ 6 und 11 angesteckt haben, bekommen . Bei vielen bilden sich keine erkennbaren Hautveränderungen, doch auch sie können andere anstecken.

Übertragen werden die Viren vor allem beim Sex. Dabei steckt man sich durch den intimen Haut- und Schleimhautkontakt an, besonders wenn man Feigwarzen eines Sexpartners oder einer Sexpartnerin berührt. Denn die Viren können zwar auch in unveränderter Haut vorhanden sein – die Feigwarzen enthalten aber besonders viele Erreger. Selten können die Viren auch übertragen werden, wenn man Sexspielzeuge wie Dildos abwechselnd benutzt ().

Auch eine Übertragung auf das Kind bei der Geburt ist möglich, dies kommt aber selten vor.

Weil nicht nur Penis oder Vagina befallen sein können, schützt ein Kondom oder ein Femidom (Kondom für die Frau) nicht hundertprozentig vor einer Ansteckung. Das Risiko ist erhöht, wenn man mit häufig wechselnden Partnerinnen oder Partnern ungeschützten Sex hat. Auch bei einem geschwächten und durch Rauchen steigt das Risiko, sich anzustecken oder nach einer Behandlung erneut Feigwarzen zu bekommen.

Häufigkeit und Verlauf

Feigwarzen zählen in Deutschland zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen: Pro Jahr erkranken etwa 170 von 100.000 Menschen daran.

Eine Ansteckung mit den Humanen Papillomviren bemerken die meisten Menschen gar nicht. Sie tragen die Viren zwar meist für Wochen oder Monate in sich, bekommen aber keine . Bei anderen bilden sich früher oder später die typischen Hautwucherungen. Die Zeit zwischen und Warzenbildung (Inkubationszeit) ist dabei sehr unterschiedlich: Im Durchschnitt dauert sie bei Frauen etwa 3, bei Männern 11 Monate. Wer Feigwarzen an sich bemerkt, kann sich also schon vor längerer Zeit und nicht unbedingt bei aktuellen Sexpartnerinnen oder -partnern angesteckt haben.

Ohne Behandlung bleiben Feigwarzen meistens bestehen. Bei manchen heilen sie aber auch spontan ab.

Diagnose

In der Regel lassen sich Feigwarzen am Aussehen erkennen. Um die betroffenen Hautstellen besser betrachten zu können, benutzen Ärztinnen und Ärzte manchmal ein Vergrößerungsglas. Bei in der Vagina (Scheide) kann eine Spiegelung mithilfe eines Kolposkops notwendig sein. Besteht der Verdacht auf Feigwarzen im , tastet ihn die Ärztin oder der Arzt ab und führt ein sogenanntes Proktoskop ein, um die Schleimhaut betrachten zu können.

Falls sich die Hautwucherung nicht eindeutig von anderen Erkrankungen wie etwa einem weißen Hautkrebs unterscheiden lässt, kann eine Gewebeuntersuchung helfen. Dazu wird die Warze entfernt oder eine Probe entnommen (Biopsie). Unter dem Mikroskop wird dann genau untersucht, um welche Hautveränderung es sich handelt.

Wenn Feigwarzen festgestellt wurden, bieten Ärztinnen und Ärzte meist außerdem Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder Gonorrhoe an.

Vorbeugung

Ein erster Schritt zur Vorbeugung von Feigwarzen (Genitalwarzen) ist, sich über die Erkrankung und ihre Übertragungswege zu informieren. Ärztinnen und Ärzte – zum Beispiel für das Fachgebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten – sowie das Gesundheitsamt und die Deutsche Aidshilfe beraten zu Feigwarzen und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten und informieren zu den vorbeugenden Maßnahmen.

Mit der HPV-Impfung ist ein wirksamer und sicherer Schutz vor Feigwarzen und anderen Gewebeveränderungen durch HPV verfügbar.

Mit Kondomen und Femidomen kann man eine zwar nicht hundertprozentig ausschließen, aber das Ansteckungsrisiko zumindest verringern.

Behandlung

Es gibt verschiedene Methoden, um Genitalwarzen wieder loszuwerden. Im Allgemeinen gelten die Warzen-Behandlungen als hilfreich und verträglich – allerdings gibt es zu wenige gut gemachte Studien, um die jeweilige Wirksamkeit genauer einschätzen und vergleichen zu können.

Die lassen sich zum Beispiel mit rezeptpflichtigen Cremes oder Lösungen zu Hause selbst behandeln. Die Mittel werden einige Wochen lang regelmäßig aufgetragen. Sie enthalten Wirkstoffe wie Podophyllotoxin, Grüntee-Trockenextrakt oder Imiquimod.

Eine weitere Möglichkeit, die Feigwarzen loszuwerden, ist ein chirurgischer Eingriff. Dabei schneidet die Ärztin oder der Arzt die zum Beispiel per Skalpell weg oder verödet sie mithilfe elektrischen Stroms. Alternativ können verätzt, vereist oder per Laser entfernt werden. Die verschiedenen Eingriffe lassen sich auch mit einer Creme-Behandlung kombinieren.

Weitere Informationen

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) informiert auf der Website www.liebesleben.de über sexuell übertragbare Erkrankungen wie Genitalwarzen und gibt unter anderem praktische Tipps zur Vorbeugung. Dort gibt es auch eine Online- und Telefonberatung sowie Unterstützung, eine Beratungsstelle vor Ort zu finden.

Auch die Deutsche Aidshilfe bietet Informationen zum Thema Feigwarzen sowie eine eigene Online- und Telefonberatung an und zeigt, wo man weitere Beratungsstellen findet.

Quellen

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