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Vorhofflimmern: Rhythmus oder Frequenz kontrollieren?

Vorhofflimmern: Rhythmus oder Frequenz kontrollieren?
Aktualisiert am: 18.11.2020· Nächstes Update: 2023
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Einleitung

Bei schlägt das Herz anhaltend unregelmäßig und oft so schnell, dass es weniger Blut in den Körper pumpt. Das ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen.

ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Auf Dauer erhöht es aber das Risiko für Schlaganfälle. Durch verschiedene Behandlungen können die meisten Menschen trotz ein normales Leben führen.

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Wann kommt eine Rhythmuskontrolle infrage?

Eine Rhythmuskontrolle hat zwei Vorteile: Zum einen lassen sich mögliche Beschwerden des Vorhofflimmerns lindern. Zum anderen ist das Herz dann wieder leistungsfähiger. Gründe für eine Rhythmuskontrolle sind daher:

  • Störende Symptome: Zum Beispiel, wenn sich Beschwerden wie Herzklopfen oder Erschöpfung durch eine Pulssenkung und Maßnahmen wie weniger Alkohol und eine Gewichtsabnahme nicht ausreichend lindern lassen.
  • Erstmaliges, akutes Auftreten: wenn ein Vorhofflimmern zum ersten Mal auftritt oder noch nicht lange besteht. Man geht davon aus, dass die Chancen, den Sinusrhythmus wiederherzustellen und langfristig zu erhalten, dann höher sind.
  • Eine Herzschwäche: Wenn neben dem Vorhofflimmern eine Herzschwäche besteht, kann eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung sinnvoll sein, um die Pumpleistung zu verbessern. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass eine Katheterablation bei manchen Menschen mit Vorhofflimmern und Herzschwäche die Lebenserwartung verbessern kann.
  • Wenn das Vorhofflimmern eine behandelbare Ursache hat: Wird das Vorhofflimmern durch eine andere Erkrankung wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht, wird zunächst diese Grunderkrankung behandelt. Wenn sich der Sinusrhythmus dann nicht von selbst wieder einstellt, folgt eine Kardioversion. Der Herzrhythmus bleibt dann oft stabil.

Manchmal gibt es noch andere Gründe für eine Kardioversion – zum Beispiel, wenn jemand sehr sportlich ist und viel Wert auf die volle Leistungsfähigkeit seines Herzens legt.

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Was spricht gegen eine Rhythmuskontrolle?

Gegen eine Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus sprechen vor allem die Risiken und begrenzten Erfolgsaussichten:

  • Risiken der Kardioversion: Eine Kardioversion erhöht vorübergehend das Risiko für einen Schlaganfall. Dieses Risiko lässt sich durch eine Behandlung mit Antikoagulanzien vor und nach der Kardioversion auf etwa 1 % senken, aber nicht ganz beseitigen.
  • Risiken der stabilisierenden Behandlung: Sowohl Medikamente zur Stabilisierung des Sinusrhythmus als auch eine Katheterablation können zu teils ernsthaften Nebenwirkungen und Komplikationen führen.
  • Begrenzte Erfolgsaussichten: Zwar gelingt es zunächst oft, den Sinusrhythmus wiederherzustellen. Langfristig kann das Vorhofflimmern jedoch zurückkehren.
  • Begrenzte Vorteile: Studien haben gezeigt, dass eine Rhythmuskontrolle im Vergleich zur Frequenzkontrolle bei den meisten Menschen mit Vorhofflimmern weder die Lebenserwartung erhöht noch besser vor Folgeerkrankungen wie Schlaganfällen schützt.

Weitere Gründe, die gegen eine Rhythmuskontrolle sprechen können, sind:

  • Das Vorhofflimmern besteht seit über einem Jahr: Die Aussichten für eine erfolgreiche Stabilisierung des Sinusrhythmus sind dann gering.
  • Höheres Alter: Vor allem für Menschen in hohem Alter ist es sinnvoll, die Risiken der stabilisierenden Behandlung gut abzuwägen.
  • Bestimmte Begleiterkrankungen wie zum Beispiel eine chronische Nierenschwäche.
  • Praktische Nachteile: Eine Rhythmuskontrolle erfordert oft mehr Kontrolluntersuchungen und Medikamente, um Rückfällen vorzubeugen.

Viele Menschen benötigen auch nach Wiederherstellung des Herzrhythmus Medikamente zur Kontrolle der Herzfrequenz.

Wie läuft eine Kardioversion ab?

Bei Vorhofflimmern wird der normale Herzrhythmus meist elektrisch wiederhergestellt. Dazu werden Elektroden auf den Oberkörper geklebt, die gezielte elektrische Impulse abgeben und dadurch den Herzrhythmus normalisieren. Dies geschieht unter einer kurzen Narkose von einigen Minuten. Eine elektrische Kardioversion gelingt in über 90 % der Fälle und ist oft auch erfolgreich, wenn das Vorhofflimmern bereits länger anhält.

Der normale Herzrhythmus kann auch mit Medikamenten wiederhergestellt werden. Dazu werden Wirkstoffe aus der Gruppe der Antiarrhythmika eingesetzt (Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie Flecainid oder Propafenon). Sie werden entweder direkt in eine Vene gespritzt oder als Tablette eingenommen.

Wie kann der Herzrhythmus stabilisiert werden?

Um den Sinusrhythmus nach einer Kardioversion langfristig zu stabilisieren, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die dauerhafte Einnahme von Medikamenten (Antiarrhythmika).
  • Eine Katheterablation: Ein Eingriff, bei dem bestimmte Stellen im Herzen verödet werden, von denen die Rhythmusstörungen oft ausgehen.

Bei einer Katheterablation wird über eine Leistenvene und durch die Herzscheidewand eine dünne Sonde (Herzkatheter) in den linken Herzvorhof geschoben. Über die Sondenspitze werden die Stellen an der Herzinnenwand dann erhitzt und verödet. Diese Behandlungsmethode wird als Radiofrequenzablation (RFA) bezeichnet. Statt Hitze kann auch Kälte eingesetzt werden, um die Stellen zu vereisen. Dann spricht man von einer Kryoablation.

Antiarrhythmika und Ablation haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Welche Behandlung für einen selbst am besten geeignet ist, wägt man gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt ab. Es ist aber immer möglich, es zunächst mit Medikamenten zu versuchen und erst dann eine Ablation machen zu lassen, wenn die Medikamente nicht ausreichen oder nicht gut vertragen werden.

Weil alle Behandlungen zur Stabilisierung des Herzrhythmus Risiken und Nebenwirkungen haben, ist es sinnvoll, sich von Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung von Vorhofflimmern betreuen zu lassen. Katheterablationen sollten in Zentren mit ausreichend Erfahrung durchgeführt werden.

Welche Risiken haben Antiarrhythmika und Ablation?

Mögliche Nebenwirkungen von Antiarrhythmika, insbesondere von Amiodaron, sind Störungen der Schilddrüsenfunktion, Sehstörungen, Lungenentzündungen, eine lichtempfindliche Haut und Magen-Darm-Probleme. Sie verschwinden meist, wenn man die Medikamente wieder absetzt.

Sehr selten verursachen die Medikamente zur Stabilisierung des Herzrhythmus selbst Herzrhythmusstörungen, die lebensbedrohlich sein können. Bei bestimmten Begleiterkrankungen des Herzens dürfen manche Antiarrhythmika daher nicht angewendet werden.

Die häufigste Folge der Katheterablation ist ein Bluterguss im Bereich der Einstichstelle in der Leiste. Der Eingriff kann aber auch zu schwerwiegenden Komplikationen führen. So können Herz, Lunge, Gefäße oder die Speiseröhre verletzt werden. Dies ist selten, kann aber lebensbedrohlich sein und eine Notfallbehandlung erfordern.

Welche Vor- und Nachteile haben Ablation und Medikamente im Vergleich?

Die Vor- und Nachteile von Katheterablation und medikamentöser Behandlung wurden in einer großen Studie mit über 2000 Teilnehmenden untersucht. Sie wurden über mehrere Jahre begleitet. Die Hauptergebnisse waren:

  • Beide Behandlungen konnten die Beschwerden bei den meisten Menschen lindern.
  • Eine Katheterablation konnte die Beschwerden bei 90 von 100 Teilnehmenden spürbar lindern. Bei der Medikamentenbehandlung war dies bei 80 von 100 Personen der Fall.
  • Keine der Behandlungen kann garantieren, dass der Herzrhythmus normal bleibt: Nach einer Ablation kehrte das Vorhofflimmern innerhalb von drei Jahren bei etwa 50 von 100 Teilnehmenden zurück. Mit Antiarrhythmika kehrte es bei etwa 70 von 100 Personen zurück. Etwa 20 von 100 Personen benötigten mehr als eine Katheterablation.
  • Die Medikamente führten bei 4 von 100 Personen zu Nebenwirkungen. Eine von 100 Personen hatte eine schwere Komplikation wie zum Beispiel eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, Schädigung der Leber oder der Lunge.
  • Bei etwa 7 von 100 Ablationen kam es zu Nebenwirkungen wie Blutergüssen an der Einstichstelle des Katheters oder vorübergehenden Brustschmerzen. Etwa 2 von 100 Ablationen führten zu schwerwiegenden Komplikationen.
  • In den Jahren nach einer Ablation benötigten die Teilnehmenden insgesamt weniger Antiarrhythmika.
  • Die Lebenserwartung und das Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle war bei beiden Behandlungen gleich.

Eine Ablation bedeutet nicht, dass man ganz ohne Medikamente auskommt. Gerinnungshemmende Medikamente lassen sich dadurch nicht ersetzen. Wenn trotz Ablation weiterhin Beschwerden oder Rhythmusstörungen bestehen, können zusätzlich Medikamente erforderlich werden.

Was muss ich nach einer Katheterablation beachten?

Meist kann man 1 bis 2 Tage nach dem Eingriff nach Hause. Nach dem Eingriff ist es wichtig:

  • die Einstichstelle des Katheters sauber zu halten und zu pflegen, bis sie abgeheilt ist
  • in der ersten Woche kein Bad zu nehmen, sondern zu duschen
  • zwei Tage kein Auto zu fahren
  • zwei Tage auf größere Anstrengungen und auch auf Sex zu verzichten
  • 1 bis 2 Wochen keine schweren Gegenstände zu heben

Sollte die Leiste nach dem Eingriff schmerzen, anschwellen, sich röten oder an der Einstichstelle eine Beule bilden, ist ärztlicher Rat wichtig.

Symptome

Das häufigste ist Herzklopfen, das man in der Brust oder dem Hals spürt. Das Herz schlägt dann meist schneller und unregelmäßiger als normal. Ein gesunder Ruhepuls liegt meist zwischen 60 und 90 Herzschlägen pro Minute. Bei schlägt das Herz 120- bis 160-mal pro Minute, bei manchen sogar bis 200-mal.

Andere mögliche Symptome sind Schwächegefühl, schnelle Erschöpfung, ein Engegefühl in der Brust, Benommenheit und Schwindel. Mehr als die Hälfte der Betroffenen bemerken gar nicht, dass sie haben – zumindest zu Beginn der Erkrankung.

Bestehen noch andere Herzerkrankungen, können weitere Beschwerden hinzukommen. Zum Beispiel kann eine Herzschwäche zu und Erschöpfung führen, vor allem bei körperlicher Belastung.

Ursachen

Das Herz zieht sich bei jedem Schlag zusammen und pumpt dadurch Blut in den Kreislauf. Der Herzschlag wird über elektrische Impulse geregelt. Der erste Impuls für einen Herzschlag entsteht im sogenannten Sinusknoten in der Wand des rechten Vorhofs. Der Impuls breitet sich wie eine Welle durch die beiden Vorhöfe aus und lässt sie einmal schlagen. Den normalen Ablauf nennt man Sinusrhythmus.

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Bei einem breiten sich elektrische Impulse in den Vorhöfen unregelmäßig aus. Das führt dazu, dass die Vorhöfe unkontrolliert zittern (flimmern).

Normalerweise helfen die Vorhöfe, die Herzkammern mit Blut zu füllen. Beim fällt diese Unterstützung aus. Die Herzkammern pumpen zwar weiter Blut in den Körper, allerdings weniger und unregelmäßiger.

Bei den meisten Menschen lässt sich das auf eine dieser Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückführen:

Manchmal liegt einem eine behandelbare Ursache zugrunde, wie zum Beispiel eine undichte Herzklappe oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Das lässt sich dann unter Umständen durch einen Eingriff an der Herzklappe oder die Behandlung der Schilddrüse stoppen.

Risikofaktoren

Die Wahrscheinlichkeit für ein steigt vor allem mit dem Alter an.

Wenn nahe Verwandte (Eltern oder Geschwister) haben, ist das Erkrankungsrisiko höher. Männer haben ein höheres Risiko als Frauen. Zudem erkranken hellhäutige Menschen häufiger an als Menschen anderer Hautfarbe.

Zu den Risikofaktoren, gegen die man etwas tun kann, gehören:

Häufigkeit und Verlauf

zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen: Nach Schätzungen sind etwa 2 % der Bevölkerung betroffen. Da das Risiko mit dem Alter steigt, sind es bei über 65-Jährigen etwa 8 %.

beginnt typischerweise mit seltenen, kurzen Episoden und kann mit der Zeit zu längeren Episoden oder einem permanenten fortschreiten. Je nach Dauer unterscheidet man vier verschiedene Typen:

  • Beim paroxysmalen („episodenhaften“ oder „intermittierenden“) normalisiert sich der Herzrhythmus meist innerhalb von etwa 48 Stunden ohne Behandlung von selbst. Es kann aber auch bis zu sieben Tagen anhalten. Paroxysmales kann einmal auftreten oder in Episoden wiederkehren.
  • Persistierendes dauert länger als sieben Tage an.
  • Lang anhaltendes persistierendes besteht länger als ein Jahr.
  • Permanentes besteht dauerhaft.

Diese Einteilung ist aber eher eine grobe Orientierung: Denn oft ist unklar, ob das schon einmal aufgetreten ist oder wie lange es bereits besteht.

Wichtig ist

Alle Arten des Vorhofflimmerns erhöhen das Risiko für einen . Deshalb spielt diese Einteilung bei der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten keine große Rolle. Ausschlaggebend für die Behandlung ist neben dem Schlaganfall-Risiko eher, ob Symptome auftreten, wie schwer sie sind und ob andere Erkrankungen vorliegen.

Folgen

Ein kann sich zwar durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen, bedeutet aber in den allermeisten Fällen keine akute Lebensgefahr. Langfristig kann es jedoch zu verschiedenen Folgeerkrankungen führen, insbesondere zu

  • Herzschwäche: Wenn die Vorhöfe nicht mehr richtig pumpen, muss der Rest des Herzens mehr leisten, um den Körper mit Blut zu versorgen. Dies kann das Herz auf Dauer überfordern und schwächen. Eine bereits bestehende Herzschwäche kann sich verschlechtern.
  • : Beim pumpen die Vorhöfe des Herzens nicht mehr ausreichend. Dadurch fließt das Blut in den Vorhöfen langsamer, staut sich und bildet leichter Gerinnsel. Wenn ein Blutgerinnsel über den Blutkreislauf zum Gehirn geschwemmt wird, kann es dort ein Gefäß verschließen und einen Schlaganfall auslösen.

Wie hoch das persönliche Risiko für einen ist, hängt davon ab, ob neben dem noch andere Risikofaktoren bestehen. Viele Menschen mit haben noch andere Erkrankungen wie oder eine koronare Herzkrankheit.

Diagnose

Um eine genaue zu stellen, mögliche Ursachen des Vorhofflimmerns zu finden und die Behandlung zu planen, kann eine Reihe von Untersuchungen helfen:

  • Erfassung der Krankheitsgeschichte (): Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Alter und Familiengeschichte sowie Risikofaktoren für Herzkrankheiten.
  • körperliche Untersuchung: Hierzu gehört unter anderem die Messung von Puls und Blutdruck.
  • : Ein EKG misst die elektrischen Impulse, die den Herzschlag regeln. Mittels EKG lässt sich ein zuverlässig feststellen. Ein EKG kann in Ruhe, unter Belastung und als Langzeit-EKG über 24 Stunden gemacht werden.
  • Bluttest: Mit einem Bluttest kann unter anderem die Schilddrüsenfunktion beurteilt werden. Eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine zu hohe Dosierung von Schilddrüsenmedikamenten kann Ursache eines Vorhofflimmerns sein. Auch die Blutsalze werden bestimmt, da manchmal durch Störungen im Salz- und Mineralhaushalt ausgelöst sein kann.
  • Herzultraschall (Echokardiografie): Bei einer Ultraschalluntersuchung kann zum Beispiel die Größe der Herzkammern und der Zustand der Herzklappen kontrolliert werden.

Bestimmte Blutuntersuchungen helfen vor allem bei der Behandlungsplanung: So sind Nieren- und Leberwerte wichtig, weil bei einer Nieren- oder Leberschwäche nicht alle Medikamente infrage kommen.

Da nicht immer Beschwerden verursacht, wird es manchmal auch zufällig festgestellt, zum Beispiel, wenn aus anderen Gründen ein EKG gemacht wird.

Vorbeugung

Man kann selbst viel tun, um das Herz gesund zu erhalten – und damit auch einem vorzubeugen:

  • Mit dem Rauchen aufhören,
  • sich mehr bewegen,
  • bei Übergewicht etwas abnehmen,
  • bei auf eine salzarme Ernährung achten,
  • wenig Alkohol trinken.

Nachgewiesen ist zum Beispiel, dass Menschen mit seltener eine Episode haben, wenn sie weitgehend auf Alkohol verzichten. Wer seinen Alkoholkonsum senken will, hat dazu viele Hilfen zur Verfügung. Auch durch eine Gewichtsabnahme konnten Menschen in einer Studie ihre Vorhofflimmern-Beschwerden lindern und die Zahl der Episoden senken.

Behandlung

Die Behandlung von hat zwei Ziele: Zum einen soll sie die Beschwerden durch den gestörten Herzschlag beseitigen oder zumindest lindern. Zum anderen soll sie einem vorbeugen. Um beides zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Behandlung der Beschwerden:

Es kann ausreichen, den beschleunigten Puls mit Medikamenten zu senken (Frequenzkontrolle), meist mit einem . Das entlastet das Herz und hilft gegen Beschwerden.

Wenn das zur Linderung nicht ausreicht, versucht man, das zu beseitigen und den normalen Herzrhythmus wieder herzustellen (Rhythmuskontrolle). Dies gelingt in der Regel durch gezielte elektrische Impulse. Rückfälle sind aber möglich. Eine Behandlung mit Medikamenten oder eine sogenannte Katheterablation können das Rückfall-Risiko senken. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn das das Herz geschwächt hat.

Schlaganfall-Vorbeugung:

Den meisten Menschen mit werden Medikamente zur Vorbeugung von Schlaganfällen empfohlen. Sogenannte orale Antikoagulanzien hemmen die und können das Schlaganfallrisiko sehr wirksam senken.

Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung mit wird am besten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt getroffen. Sinnvoll ist, die Vorteile (Vorbeugung von Schlaganfällen) und die Nachteile (Risiko für Blutungen) gegeneinander abzuwägen. Anhand der persönlichen Risikofaktoren lässt sich das eigene Risiko für Schlaganfälle und Blutungen bestimmen. Dabei helfen spezielle Risikorechner.

Neben der Behandlung der Beschwerden und der Schlaganfall-Vorbeugung ist es auch wichtig, bestehende Begleiterkrankungen zu behandeln, etwa einen hohen Blutdruck oder eine koronare Herzerkrankung.

Leben und Alltag

Wenn das Herz normal schlägt, nimmt man es meist nicht wahr. Das kann sich bei ändern: Es ist spürbar, dass das Herz nicht mehr so schlägt, wie es soll. Das ist für viele Menschen so beunruhigend, dass sie ärztlichen Rat suchen. Die ist dann zunächst ein Schreck, allerdings lassen sich die Symptome durch verschiedene Behandlungen meistens gut in den Griff bekommen. Hilfestellung bieten auch Schulungen: Sie vermitteln, wie man im Alltag mit der Erkrankung umgehen kann und die gerinnungshemmenden Medikamente richtig anwendet. Die Ärztin oder der Arzt hilft, bei der Krankenkasse einen Antrag auf eine Schulung zu stellen.

Bei vielen Menschen bleibt jedoch eine Unsicherheit bestehen. Manche fragen sich, ob sie sich schonen müssen oder ob sie weiterhin gewohnten Aktivitäten nachgehen und Sport treiben können. Medizinisch spricht nichts dagegen. Forschungsergebnisse geben sogar Hinweise, dass moderater Sport die Fitness verbessert. Welche Sportart sich eignet, bespricht man besten mit der Ärztin oder dem Arzt.

Weitere Informationen

Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es in Deutschland verschiedene Angebote zur Unterstützung. Dazu gehören Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Viele dieser Einrichtungen sind aber vor Ort unterschiedlich organisiert. Eine Liste von Anlaufstellen hilft, passende Angebote zu finden und zu nutzen.

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. In unserem Thema „Gesundheitsversorgung in Deutschland“ informieren wir darüber, wie man die richtige Praxis findet – und mithilfe unserer Frageliste möchten wir dabei helfen, sich auf den Arztbesuch vorzubereiten.

Quellen

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