Akne

Akne
Aktualisiert am: 23.03.2022· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Es gibt zahleiche Mittel gegen Akne – zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Wirksam sind vor allem Benzoylperoxid, und Retinoide. Komplementärmedizinische Mittel zeigten bislang keine Wirkung.

Welche Behandlungen bei Akne infrage kommen, hängt unter anderem von diesen Faktoren ab:

  • von der Schwere der Akne
  • vom Hauttyp (trocken, fettig oder Mischhaut)
  • von der psychischen Belastung durch die Akne
  • von möglichen anderen gesundheitlichen Problemen
  • vom Geschlecht
  • davon, ob jemand zu Aknenarben neigt
  • davon, welche Behandlungen mit welchem Ergebnis bereits ausprobiert wurden
  • davon, wie die Wirkungen und Nebenwirkungen der verschiedenen Mittel eingeschätzt werden

Für fast alle Behandlungen gilt: Man braucht Geduld, bis sie wirken. Diese Geduld aufzubringen, kann sich aber lohnen und ist besser, als ständig die Behandlung zu wechseln. Denn sonst kann leicht das Gefühl entstehen, dass gar nichts hilft.

Symptome

Akne kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. In der Medizin wird zwischen leichter, mittelschwerer und schwerer Akne unterschieden. Zudem gibt es entzündliche und nicht entzündliche Akne. Die nicht entzündliche Akne ist eine leichte Form, bei der die meisten Menschen nicht von „Akne“, sondern lediglich von „Pickeln“ oder „Mitessern“ sprechen.

Im Unterschied zu normalen Pickeln entwickeln sich Aknepickel über eine längere Zeit und bleiben hartnäckig bestehen. Mitunter hinterlassen sie kleine rote Flecken oder Narben. „Normale“ Pickel entstehen meist schnell und verschwinden auch nach kurzer Zeit wieder.

  • leichte Akne: Bei der leichten Akne treten Mitesser (Komedonen) auf, verstopfte Talgdrüsen der Haut. Es gibt Mitesser mit schwarzem Kopf und solche mit weißem. Die schwarze Verfärbung hat nichts mit Schmutz zu tun: Sie entsteht, weil diese Mitesser „offen“ sind und sich der Hautfarbstoff Melanin mit dem Sauerstoff der Luft verbindet. Die weißlichen Mitesser sind geschlossen. Je mehr Talg sich in den Mitessern ansammelt, desto eher vermehren sich Bakterien und entstehen entzündliche Aknepickel. Von „leichter Akne“ spricht man auch bei nur wenigen oder kleinen Aknepickeln.
  • mittelschwere Akne: Bei der mittelschweren Akne sind deutlich mehr Aknepickel zu sehen. Stärker entzündete Pickel werden als „Papeln“ (kleine Knötchen) oder als „Pusteln“ (mit Eiteransammlung) bezeichnet.
  • schwere Akne: Bei schweren Formen bilden sich sehr viele Papeln und Pusteln, zusätzlich entstehen Knoten in der Haut. Die Knoten sind oft rötlich verfärbt und schmerzen. Es können später Aknenarben zurückbleiben.

Ursachen

Während der Pubertät entwickelt sich der Körper zu dem eines erwachsenen Menschen. Diese Veränderung wird von Hormonen wie den Androgenen gesteuert. Androgene sind männliche Geschlechtshormone, die allerdings in der Pubertät auch vom weiblichen Körper verstärkt gebildet werden. Sie regen unter anderem die Haut an, mehr Fett zu produzieren.

Das Hautfett wird als Talg bezeichnet und von den Talgdrüsen hergestellt. Der Talg hält die Haut geschmeidig und schützt sie. Wenn sich am Ausgang einer Talgdrüse jedoch eine Hornschicht bildet, kann der Talg nicht abfließen. Er sammelt sich dann in der Talgdrüse an und es entsteht ein Mitesser. Wenn er sich entzündet, bildet sich ein Aknepickel. Akne entsteht vor allem dort, wo es besonders viele Talgdrüsen gibt: im Gesicht, auf Brust, Rücken und Schultern.

Bei Jugendlichen entsteht Akne hauptsächlich, weil der Körper während der Pubertät mehr Androgene produziert. Hat sich der Hormonhaushalt mit Anfang 20 eingependelt, verschwinden die Pickel bei den meisten wieder. Doch nicht alle Heranwachsenden bekommen Akne. Es wird daher vermutet, dass auch genetische Faktoren und das Immunsystem eine Rolle spielen.

Akne vulgaris
Akne vulgaris

Risikofaktoren

Es gibt viele Theorien darüber, was Akne fördern könnte. Für einige gibt es wissenschaftliche Belege, für viele jedoch nicht. So wird manchmal behauptet, mangelhafte Hygiene sei ein Auslöser für Akne oder könne sie verstärken. Dafür gibt es keine Belege. Solche Vermutungen sorgen aber dafür, dass manche Jugendliche ein schlechtes Gewissen bekommen und sich selbst die Schuld an den Hautveränderungen geben.

Manche Menschen haben den Eindruck, dass bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, Fleisch oder Milchprodukte ihren Hautzustand verschlechtern. Zur Frage, ob die Ernährung Akne beeinflusst, gibt es einige wissenschaftliche Untersuchungen. Sie zeigen jedoch meist keinen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Ernährung und Akne. Am ehesten könnte eine Ernährung mit vielen Kohlenhydraten eine Rolle spielen, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lässt. Dazu gehören zum Beispiel sehr zuckerhaltige Lebensmittel, Kartoffeln oder Weißbrot. Welche Rolle Kohlenhydrate wirklich spielen, ist aber noch nicht geklärt.

Bestimmte Hautpflegemittel wie Fettcremes oder Öle, die die Hautporen verschließen, können Akne verstärken. Das gilt auch für starkes Reiben der Haut oder das Ausdrücken von Mitessern.

Manche Menschen berichten, dass Stress ihre Haut verschlechtert. Darauf deuten auch einige Untersuchungen hin. Unklar ist, ob zwischen Rauchen und Akne ein Zusammenhang besteht.

Hormone werden nicht nur vom Körper selbst produziert, sondern manchmal auch durch Medikamente oder andere Mittel aufgenommen. Zum Beispiel können bestimmte Hormonbehandlungen Akne hervorrufen und verstärken. Dies gilt etwa für Anabolika (Mittel zum Muskelaufbau) und Medikamente wie Kortison. Auch bestimmte Mittel gegen Epilepsie können Akne fördern.

Häufigkeit

Akne ist bei Jugendlichen die häufigste Hautkrankheit. Die meisten bekommen irgendwann in der Pubertät eine mehr oder weniger starke Akne. Etwa 15 bis 30 von 100 Jugendlichen haben eine stärkere Akne, bei der eine ärztliche Beratung oder Behandlung sinnvoll sein kann. Jungen sind wesentlich häufiger betroffen als Mädchen.

Verlauf

Häufig verschwindet die Akne mit etwa 20 Jahren von selbst. Einige Menschen haben aber noch mit über 30 Akne. Bei manchen bleiben rote, bei dunkler Haut auch bräunliche, Flecken oder Narben zurück.

Folgen

Vor allem bei einer schweren Akne können Narben zurückbleiben. Sie können entstehen, wenn eine Wunde abheilt. Bei Akne bilden sich Wunden in den unteren Hautschichten. Sie heilen sehr unterschiedlich: Sie können als kleine flache, kaum wahrnehmbare Narben zurückbleiben oder sich zu deutlich sichtbaren Grübchen im Gesicht entwickeln. Man unterscheidet verschiedene Formen von Aknenarben:

  • atrophe Narben: Wenn die Wunde nicht richtig abheilt, entwickelt sich zu wenig Bindegewebe. Die Narbe bildet sich dann unterhalb des umliegenden Gewebes und es entsteht eine Vertiefung (Grübchen).
  • hypertrophe Narben: An Brust, Rücken oder Schulter können vor allem bei der schweren Akne auch erhabene Narben auftreten. Sie entstehen, wenn sich bei der Wundheilung zu viel Bindegewebe bildet. Als Spätfolge von Akne sind sie jedoch eher selten.
  • Keloide: Auch bei Keloiden bildet sich zu viel Bindegewebe. Im Gegensatz zu hypertrophen Narben gehen sie über das ursprünglich entzündete Gebiet hinaus. Sie sind eine sehr seltene Spätfolge von Akne.

Häufiges Ausdrücken von Mitessern und Pusteln macht es wahrscheinlicher, dass Narben entstehen.

Behandlung

Wer Akne hat, probiert häufig verschiedene Mittel und Methoden aus, um das Hautbild zu verbessern. Ob Gesichtswasser, Sonnenlicht oder eine bestimmte Ernährung – es gibt zahlreiche Empfehlungen, was bei Akne helfen soll. Nicht immer gibt es dafür Belege.

Für die Hautpflege werden leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen (Lotionen) oder feuchtigkeitsspeichernde Gele (Hydrogele) empfohlen. Fetthaltige Salben können die Poren zusätzlich verstopfen. Zudem sind seifenfreie Reinigungsmittel sinnvoll, die dem pH-Wert der Haut (5,5) angepasst sind. Wichtig ist auch, es nicht zu übertreiben: Denn zu viel Pflege kann Hautirritationen verstärken.

Außerdem gibt es zahlreiche Medikamente gegen Akne – zum Auftragen auf die Haut, aber auch zum Einnehmen. Für einige Behandlungen ist belegt, dass sie Akne wirksam lindern, für andere nicht. Wirksam sind beispielsweise Benzoylperoxid, Antibiotika und Retinoide.

Die Behandlung erfordert in der Regel Geduld: Die meisten Mittel müssen über einen längeren Zeitraum angewendet werden, damit sie zu Hautverbesserungen führen. Insgesamt kann die Behandlung Monate oder Jahre dauern. Jede Behandlung kann auch Nebenwirkungen haben.

Leben und Alltag

Viele Jugendliche sind in der Pubertät unsicher und sehr kritisch mit sich und ihrem Aussehen. Das gilt umso mehr für Jugendliche mit Akne, die sich häufig als unattraktiv empfinden oder sich sogar für ihr Aussehen schämen. Bemerkungen von anderen über das Hautbild können sehr belasten. Andererseits gehören Unsicherheit und Stimmungsschwankungen zur Pubertät dazu – auch bei Jugendlichen, die keine Akne haben. Es wäre also falsch, alle Pubertätsprobleme mit der Akne in Verbindung zu bringen.

Wie belastend Akne für jemanden ist, hängt nicht immer davon ab, wie auffällig sie ist: Eine mittelschwere Akne kann ebenso belastend sein wie eine schwere.

Akne wird ganz unterschiedlich erlebt. Manche Jugendliche stören sich weniger daran oder gehen selbstbewusst damit um, andere empfinden sie als starke Belastung. Allgemein ist Akne häufiger mit Ängsten, depressiven Gedanken und geringerem Selbstbewusstsein verbunden. Jugendliche mit Akne ziehen sich öfter zurück und haben auch häufiger Konflikte mit ihren Angehörigen.

Wenn Jugendliche mit Akne im Umgang mit anderen Menschen wenig selbstbewusst sind, kann die Unterstützung von Freundinnen, Freunden und Familie besonders hilfreich sein. Allerdings möchten sie auch nicht ständig auf das Thema angesprochen werden. Im Alltag können Hilfsmittel wie Make-up, Sonnenbrillen, lange Shirts oder eine Pony-Frisur den Umgang mit Akne erleichtern und helfen, sich sicherer zu fühlen.

Weitere Informationen

Die Kinder- oder Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden. Mit dieser Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten.

Welche Medikamente gibt es bei Akne?

Zur äußeren Behandlung stehen Cremes, Lotionen und Gele mit verschiedenen Wirkstoffen zur Verfügung. Dazu zählen:

  • Benzoylperoxid
  • Retinoide
  • Azeleinsäure
  • Salicylsäure

Alle Mittel müssen einige Wochen bis Monate angewendet werden, um wirken zu können. Sie werden nicht nur auf die vorhandenen Pickel, sondern auch auf die umliegende Haut aufgetragen, um die Neubildung von Aknepickeln zu verhindern.

Manche Mittel können Hautirritationen wie Rötungen und Juckreiz auslösen. Dem lässt sich vorbeugen, wenn man zunächst eine niedrige Dosierung wählt und diese dann schrittweise steigert. Wenn die Haut schon gereizt ist, kann es helfen, die Dosierung zu verringern. Zeigt sich auch nach einiger Zeit keine Wirkung, kann man ein anderes Medikament ausprobieren.

Medikamente zum Einnehmen kommen in der Regel bei mittelschwerer oder schwerer Akne in Betracht, oder wenn die äußerliche Behandlung keine ausreichende Besserung gebracht hat. Auch diese Mittel sind rezeptpflichtig. Dazu zählen:

Was bewirkt Benzoylperoxid?

Benzoylperoxid ist ein frei verkäufliches Präparat, das als Gel, Lotion und Creme angeboten wird. Benzoylperoxid fördert die Abstoßung der obersten Hornschichten der Haut. Dadurch soll der Talg besser abfließen, damit die Talgdrüsen nicht so leicht verstopfen. Außerdem wirkt das Mittel antibakteriell. Anders als bei besteht nicht die Gefahr, dass sich die durch zu häufige Anwendung an die Substanz gewöhnen (Resistenzbildung).

Benzoylperoxid kann bei leichter bis mittelschwerer Akne helfen, das Hautbild innerhalb einiger Wochen zu bessern. Allerdings kann es bei der Anwendung zu Rötungen und Juckreiz kommen. Da das Mittel die Haare und die Kleidung bleichen kann, ist eine vorsichtige Anwendung ratsam. In welcher Form Benzoylperoxid benutzt wird, spielt für die Wirksamkeit keine Rolle. Es wird in verschiedenen Konzentrationen angeboten: 2,5 %, 5 % und 10 %. Die höher konzentrierten Produkte wirken nicht besser, die 10 %-Präparate haben aber häufiger Nebenwirkungen.

Wie helfen Antibiotika zum Auftragen?

Bei der entzündlichen Akne siedeln sich Bakterien in der Haut an. , die auf die Haut aufgetragen werden, können entzündliche Akne bessern. Es wird empfohlen, nur in Kombination mit anderen wirksamen Mitteln wie Benzoylperoxid oder einem Retinoid anzuwenden. Bei nicht entzündlicher Akne sind nicht wirksam.

Äußerlich anzuwendende sind rezeptpflichtig. Eine dauert mindestens 3 Wochen, oft bringen aber erst Anwendungen über 3 bis 6 Monate sichtbare Erfolge. Bei Antibiotika besteht immer die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden. Das bedeutet, dass die nach häufig wiederholter Anwendung gegen den Wirkstoff unempfindlich werden. Die Mittel wirken dann nicht mehr so gut oder gar nicht mehr. Deshalb sind nicht für die wiederholte Langzeittherapie geeignet. Hautirritationen und Durchfall sind möglich, aber eher die Ausnahme. Die Salben sind meist gut verträglich.

Was bewirken Retinoide zur äußeren Anwendung?

Retinoide sind Abkömmlinge von Vitamin A. Zu den Retinoiden, die bei Akne für eine äußere Anwendung infrage kommen, gehören die Wirkstoffe Adapalen, Isotretinoin, Tazaroten, Tretinoin und Trifaroten. Diese Medikamente sind rezeptpflichtig und werden als Creme, Gel oder Lösung angewendet. Sie können bei entzündlicher und nicht entzündlicher Akne helfen: Der Hautzustand kann sich innerhalb einiger Wochen sichtbar bessern.

Retinoide können Nebenwirkungen wie Hautrötungen, Brennen und Juckreiz haben. Für schwangere und stillende Frauen sind sie nicht zugelassen.

Welche weiteren Mittel zur äußeren Anwendung gibt es?

Azelainsäure wird gegen die Verhornung der Talgdrüsen eingesetzt und kann Akne lindern. Es wirkt antibakteriell und gegen Entzündungen. Als Nebenwirkung können Hautirritationen wie Jucken und Brennen auftreten.

Salicylsäure findet sich in vielen kosmetischen Akne-Produkten wie Gesichtswassern oder Cremes. Sie soll die Hornschicht auf den verstopften Hautporen lösen. Ob Mittel mit Salicylsäure bei Akne helfen, ist unklar. Sie können Nebenwirkungen wie Hautrötung, Austrocknen und Abschälen der Haut haben.

Fruchtsäurepeelings tragen die oberste Hautschicht ab, die aus abgestorbenen Hautschuppen besteht. Meist enthalten sie Glykolsäure. Einige Studien deuten an, dass sie wirksam sein könnten. Sie können leichte Hautirritationen auslösen.

Wann kommen Antibiotika-Tabletten infrage?

Antibiotika-Tabletten können entzündliche Akne bessern, wenn sie über mehrere Wochen bis Monate eingenommen werden.

zum Einnehmen können Nebenwirkungen haben, zum Beispiel Schwindel, Verdauungsstörungen und allergische Reaktionen wie Hautausschläge. mit den Wirkstoffen Tetracyclin oder Minocyclin sind nicht für Schwangere und Stillende geeignet. Ist eine Behandlung mit Minocyclin für mehr als drei Wochen geplant, müssen vor und während der Anwendung Blutwerte kontrolliert werden, um Störungen der Leber- oder Nierenfunktion sowie der Blutbildung frühzeitig zu erkennen.

Auch bei zum Einnehmen besteht bei wiederholter Anwendung die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden und die Medikamente nicht mehr wirken.

Wie wirken hormonelle Mittel?

Die Hauptursache von Akne ist die gesteigerte Produktion des Hormons Androgen oder eine erhöhte Empfindlichkeit dafür. Bestimmte Hormonpräparate können die Bildung und Wirkung des Androgens hemmen und so die Akne bessern.

Es gibt Hormonpräparate, die speziell zur Behandlung von Akne verschrieben werden können. Diese Hormonpräparate wirken auch verhütend. In Deutschland sind für Mädchen und Frauen drei Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Behandlung von Akne zugelassen:

  • Ethinylestradiol / Cyproteronacetat
  • Ethinylestradiol / Chlormadinonacetat
  • Ethinylestradiol / Dienogest

Bei mittelschwerer und schwerer Akne werden die Kombinationen mit Cyproteronacetat oder Chlormadinonacetat häufig mit einem Mittel zum Auftragen auf die Haut kombiniert, damit die Behandlung ausreichend wirkt. Die Kombination mit Dienogest ist dafür nicht die erste Wahl – das heißt: Solche Präparate sollten nur Mädchen und Frauen nehmen, die ohnehin mit der verhüten möchten und denen Cremes und Tabletten nicht genug helfen.

Ähnliche Hormonkombinationen sind auch in verschiedenen Antibabypillen enthalten. Diese Präparate sind aber meist nur zur Verhütung zugelassen und nicht zur Behandlung von Akne. Wenn Mädchen und Frauen mit Akne sowieso mit der Pille verhüten, kann sich ihre Haut aber auch dadurch nach einigen Wochen oder Monaten bessern. Dies gilt allerdings nur, wenn sie eine Pille nehmen, die und kombiniert.

Hormonpräparate können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Spannungsgefühle in den Brüsten oder Übelkeit haben. Zudem erhöhen manche Antibabypillen das Risiko für Venenthrombosen, auch wenn das Risiko insgesamt niedrig ist. Dies betrifft Präparate, die sowohl als auch enthalten. Das Risiko hängt von der Art und der Dosis des Östrogens ab sowie davon, welches enthalten ist. Präparate der 3. und 4. Pillengeneration mit Gestagenen wie Desogestrel, Dienogest, Gestoden und Drospirenon erhöhen das Risiko für Venenthrombosen etwas stärker als ältere der 1. und 2. Generation, die zum Beispiel Levonorgestrel und Norgestimat enthalten.

Was bewirken Retinoid-Tabletten?

Retinoid-Tabletten gehören zu den wirksamsten Akne-Medikamenten, haben aber auch die meisten Nebenwirkungen. Deshalb werden sie in der Regel erst angewendet, wenn andere Mittel nicht ausreichend geholfen haben. Durch Retinoid-Tabletten kann sich Akne deutlich bessern oder ganz abheilen. Bei einem Teil der Betroffenen tritt die Akne einige Zeit nach der Behandlung jedoch erneut auf.

Da Retinoide die Talgproduktion der Haut hemmen, können die Lippen und die Haut austrocknen. Trockene Augen sind ebenfalls möglich. Auch Kopf-, Gelenk- und Rückenschmerzen können auftreten. Je höher die Dosierung des Mittels, desto wahrscheinlicher sind solche Nebenwirkungen. Ernste Nebenwirkungen sind aber die Ausnahme.

Schwangere und Stillende dürfen keine Retinoide einnehmen, da sie dem Kind schaden können. So kann es zu Fehlbildungen beim Ungeborenen kommen. Für Mädchen und Frauen kommen Retinoide deshalb nur infrage, wenn sie beim Sex mit Jungen oder Männern mindestens eine, besser zwei Verhütungsmethoden gleichzeitig anwenden – zum Beispiel Pille und Kondom. Nach Ende der muss noch für mindestens vier Wochen weiter verhütet werden.

Es gibt die Vermutung, dass die Einnahme des Wirkstoffs Isotretinoin zu einer Zunahme von Selbsttötungen führt – Studien haben dies jedoch nicht bestätigt. Dennoch ist es wichtig, während der Anwendung von Retinoiden besonders auf ungewöhnliche Stimmungsschwankungen zu achten und die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Unabhängig davon ist ärztlicher Rat und / oder psychologische Unterstützung aber immer sinnvoll, wenn die Akne sehr belastend ist oder zu psychischen Problemen führt.

Kann eine Behandlung mit Licht Akne bessern?

Neben Salben und Medikamenten zur Einnahme werden auch verschiedene Formen der Bestrahlung als Behandlungsmöglichkeit erprobt. Sie sind in der Regel nur ergänzend zu Medikamenten sinnvoll, da sie wahrscheinlich nicht so gut helfen wie diese.

Bei der Phototherapie wird die Haut unter ärztlicher Aufsicht gezielt mit meist blauem Licht bestrahlt. Studien deuten darauf hin, dass sich die Akne dadurch kurzfristig bessern kann – da die Studien jedoch größere Schwächen haben, sind ihre Ergebnisse sehr unsicher. Nebenwirkungen wie Hautrötungen sind möglich.

Bei einer UV-Phototherapie wird die Haut mit UV-Licht bestrahlt. Wegen der Risiken für die Haut wird bei Akne davon aber abgeraten. Eine Phototherapie kann auch nicht mit einem Besuch im Sonnenstudio gleichgesetzt werden.

Studien deuten an, dass auch Laserbehandlungen eine entzündliche Akne kurzfristig bessern können. Aber auch ihr Nutzen ist unklar, da gute Studien zur längerfristigen Wirkung dieser Verfahren fehlen.

Was ist über andere Behandlungsmethoden bekannt?

Zur Behandlung der Akne werden auch unterschiedliche alternativ- oder komplementärmedizinische Methoden angewendet. Verschiedene pflanzliche und homöopathische Mittel, Vitamin-Präparate, Teebaumöl oder gereinigtes Bienengift sollen helfen, das Hautbild zu verbessern. Auch , Grüner-Tee-Extrakt, Schröpfen und spezielle Massagen werden angeboten. Es gibt bisher aber für keines dieser Präparate und Methoden einen Beweis, dass sie wirken.

Quellen

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