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Krätze (Skabies)

Krätze (Skabies)
Aktualisiert am: 21.01.2026· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Im Alltag sind keine besonderen Maßnahmen nötig, um Krätze vorzubeugen. Wenn man an Krätze erkrankt, ist es aber wichtig, andere zu schützen – und nach der darauf zu achten, sich nicht selbst wieder anzustecken.

Krätze macht sich durch Juckreiz bemerkbar, vor allem nachts. Auch kleine gerötete Flecken, Streifen und ein Hautausschlag mit Knötchen sowie aufgekratzte Stellen können auf der Haut zu sehen sein. Wenn sich diese Symptome zeigen, liegt die Ansteckung aber meist schon 2 bis 5 Wochen zurück.

Es ist deshalb wichtig, alle Personen zu informieren, die sich in der Zwischenzeit bereits angesteckt haben könnten. Außerdem ist es notwendig, bis zum Ende der Behandlung enge Kontakte zu Menschen zu vermeiden und darauf zu achten, sich nicht selbst wieder anzustecken – etwa über benutzte Kleidung und Bettwäsche.

Gut zu wissen:

Krätze ist in der Regel gut behandelbar. Mit speziellen Cremes oder Tabletten lassen sich die Milben abtöten.

Symptome

Das Hauptsymptom der Krätze ist ein starker, oft quälender Juckreiz, der nachts meist am stärksten ist. Damit reagiert das Immunsystem des Körpers auf die Milben und ihre Ausscheidungen. Manchmal jucken auch Körperstellen, die nicht direkt von Krätzmilben befallen sind. Ein weiteres typisches Symptom ist ein Hautausschlag. Der Ausschlag kann bestehen aus:

  • leicht erhabenen, sichtbaren Flecken oder Streifen (Milbengängen)
  • Rötungen
  • Knötchen
  • Bläschen

Wenn die juckenden Stellen aufgekratzt werden, kommt es oft auch zu kleinen Wunden.

Auf dunklerer Haut können die Veränderungen schwieriger zu erkennen sein als auf hellerer Haut. Oft sind nur die festen Knötchen bemerkbar.

Hautausschlag bei Krätze
Hautausschlag bei Krätze

Wenn sich die Symptome zeigen, liegt die Ansteckung meist schon 2 bis 5 Wochen zurück. Steckt man sich erneut an, treten die Beschwerden deutlich früher auf.

Bei Menschen, die besonders viel Wert auf Hautpflege legen – sich also besonders gründlich waschen und eincremen –, kann der Ausschlag mitunter schwer zu erkennen sein (sogenannte „gepflegte Skabies“). Eine gute Körperhygiene schützt aber nicht davor, sich anzustecken.

Vorzugsweise befallen Krätzmilben Stellen, an denen die Haut besonders dünn ist. Dazu zählen beispielsweise die Zwischenräume der Finger und Zehen, die Seiten der Hände und Füße, Handgelenke, Ellenbeugen, Kniekehlen, Achseln, der Bereich um die Brustwarzen, die Nabelgegend, das Gesäß und der Penis. Bei Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können auch Kopf, Nacken, Rumpf, Nägel, Hand- und Fußflächen betroffen sein.

Häufig betroffene Hautbereiche bei Krätze
Häufig betroffene Hautbereiche bei Krätze

Ursachen

Krätze wird durch winzige Parasiten verursacht, die die Haut befallen. Mit einer Größe von etwa 0,3 bis 0,5 Millimetern sind weibliche Krätzmilben gerade noch als Punkt erkennbar. Männliche Milben sind noch kleiner und siedeln nur auf der Hautoberfläche.

Befruchtete Weibchen suchen sich eine dünne Stelle und dringen in die oberste Schicht der Haut ein. Dort graben sie bis zu 1 Zentimeter lange Gänge, legen täglich bis zu 4 Eier und scheiden Kot aus.

Es entsteht ein Kreislauf: Aus den Eiern schlüpfen Larven, die in der Haut heranreifen. Wenn sie geschlechtsreif werden, wandern sie an die Hautoberfläche und paaren sich dort. Meist leben nur etwa 10 bis 15 ausgewachsene Milben gleichzeitig in oder auf der Haut eines Menschen.

Weibliche Krätzmilben können in der Haut etwa 4 bis 8 Wochen alt werden. Außerhalb des menschlichen Körpers sterben sie bei normaler Raumtemperatur aber in der Regel nach 1 bis 2 Tagen. Männliche Milben sterben, nachdem sie ein Weibchen befruchtet haben.

Krätzmilben unter der Haut mit Gangsystem
Krätzmilben unter der Haut mit Gangsystem

Risikofaktoren

Krätzmilben können nicht springen oder fliegen. Um auf einen anderen Menschen zu gelangen, ist ein enger Körperkontakt von etwa 5 bis 10 Minuten nötig. Daher verbreitet sich Krätze häufig in der Familie oder Partnerschaft – etwa beim Stillen, Kuscheln, Spielen oder Schlafen in einem gemeinsamen Bett. Auch wer eine Person mit Krätze betreut oder pflegt, kann sich anstecken. Kurzer Kontakt wie etwa Händeschütteln oder eine Umarmung reichen für eine Übertragung meist nicht aus. Je mehr Milben auf der Haut sind und je länger der Hautkontakt ist, desto höher ist das Risiko, sich anzustecken.

Erwachsene übertragen Krätzmilben häufig beim Sex. Deshalb haben sexuell aktive Menschen mit wechselnden Sexualpartnerinnen und -partnern ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken.

Krätzmilben können auch bei guter Körperhygiene übertragen werden. Schlechte hygienische Bedingungen gelten dennoch als ein Risikofaktor.

Häufigkeit

Krätze kann Menschen in jedem Lebensalter treffen. Weltweit sind über 200 Millionen Menschen betroffen. Die Häufigkeit schwankt aber je nach Region und Klima:

  • In gemäßigten Klimazonen tritt Krätze eher in der kalten Jahreszeit auf.
  • In Ländern mit tropischem Klima sind Krätzmilben weit verbreitet – vor allem bei Menschen, die auf engem Raum und unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammenleben.

In Europa kommt die Krätze seltener vor. Betroffen sind etwa 4 von 1000 Menschen. Hier stecken sich vor allem Kinder und ihre Mütter an, Personen mit Immunschwäche sowie Erwachsene mit häufig wechselnden Sexualpartnerinnen und -partnern. Außerdem bricht Krätze manchmal in Gemeinschaftseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen, Wohnheimen und Krankenhäusern aus.

Verlauf

Krätzmilben verursachen bei einer ersten Ansteckung erst nach einigen Wochen Beschwerden. Doch schon bevor Betroffene Anzeichen bemerken, können sie andere Menschen anstecken. Bei einer Wiederansteckung treten die Beschwerden schon nach wenigen Tagen auf.

Unbehandelt wird Krätze meist chronisch. Das heißt, sie bleibt dauerhaft bestehen und heilt nicht von allein aus. Nur selten verschwinden die Milben nach mehreren Jahren auch ohne eine Behandlung.

Folgen

Vor allem der Juckreiz kann den Schlaf und die Konzentration stören. Ekel oder Scham können eine zusätzliche Belastung sein.

Durch Kratzen entstehen häufig kleine Hautverletzungen, in die leicht Bakterien eindringen können. Wenn sie sich verbreiten, kann es zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien kommen. Die Haut ist dann stark gerötet und nässt, manchmal bilden sich auch Eiter und Schorf.

Bei immungeschwächten oder älteren Menschen kann sich eine besonders starke Form der Krätze entwickeln: die Borkenkrätze (Scabies crustosa). Dabei kommt es zu großflächigen Rötungen, die mit dicken Schuppen und Krusten bedeckt sind. Weil die Immunreaktion schwächer ausfällt, besteht kaum oder gar kein Juckreiz. Die Borkenkrätze ist besonders ansteckend, weil sehr viele Milben in und auf der Haut leben.

Diagnose

Symptome wie Juckreiz und typische Hautveränderungen deuten auf die Krätze hin – erst recht, wenn man Kontakt zu Betroffenen hatte. Bei einem Verdacht ist es wichtig, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen.

Hautärztinnen und -ärzte erkennen Krätze meist schon anhand der typischen Hautveränderungen und Beschwerden.

Um sicherzugehen, kann die Ärztin oder der Arzt mit einer Art beleuchteter Lupe (Dermatoskop) nach Milben in der Haut suchen. Auch eine mikroskopische Untersuchung ist möglich: Die Ärztin oder der Arzt öffnet eine verdächtige Stelle mit einer dünnen Nadel oder schabt eine dünne Hautschicht ab. Unter dem Mikroskop lassen sich Milben, ihre Eier und Ausscheidungen auch schon erkennen, bevor der Hautausschlag auftritt.

Vorbeugung

Ohne Verdacht auf Krätze im näheren Umfeld ist es weder nötig noch möglich, einer Ansteckung vorzubeugen. Händewaschen, Desinfektionsmittel und Kondome schützen nicht davor, sich anzustecken.

Nach einer Ansteckung kommt es vor allem darauf an, die Krätzmilben nicht an andere Menschen weiterzugeben. Wichtig ist, erst wieder enge Körperkontakte und Sex zu haben, wenn die Behandlung abgeschlossen ist.

Wer die Erkrankung nicht sofort bemerkt, kann andere bereits angesteckt haben. Deshalb ist es wichtig, Menschen, mit denen man engen Kontakt hatte, zu informieren. Dann können sie sich untersuchen und, falls nötig, behandeln lassen.

Selten gelangen Krätzmilben über gemeinsam genutzte Bettwäsche, Handtücher oder Kleidung auf die Haut. Auch eine erneute Ansteckung ist auf diesem Weg selten, aber möglich. Um das zu verhindern, sind einige Hygienemaßnahmen ratsam:

  • Benutzte waschbare Textilien bei mindestens 50 Grad waschen.
  • Nicht Waschbares wie Hausschuhe oder Stofftiere in dicht verschlossenen Plastiksäcken lagern: entweder für mindestens 3 Tage an einem mindestens 21 Grad warmen und trockenen Platz oder für mindestens 5 Stunden bei minus 10 Grad im Gefrierfach oder in der Kühltruhe.
  • Polstermöbel, Kissen, Matratzen, Teppiche und Autositze absaugen und für mindestens 2 Tage nicht nutzen.
  • Alle Kontaktflächen reinigen.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist es, die Milben und ihre Eier abzutöten. Dazu verschreibt die Ärztin oder der Arzt geeignete Medikamente. Es gibt sie als Mittel zum Auftragen auf die Haut und als Tabletten.

Die Standardtherapie ist eine Creme mit dem Wirkstoff Permethrin. Sie wird am besten am Abend auf den gesamten Körper unterhalb des Kinns aufgetragen und bleibt über Nacht für mindestens 8, besser 12 Stunden auf der Haut. Nach dem Einwirken über Nacht kann man am nächsten Morgen wieder duschen und sich waschen. Fachleute empfehlen, die Behandlung nach 7 bis 10 Tagen zu wiederholen. Wenn die Creme die Milben nicht abtötet oder aus anderen Gründen nicht infrage kommt, ist es möglich, Tabletten einzunehmen oder andere Cremes zu verwenden.

Bei der besonders ansteckenden Borkenkrätze werden Tabletten und Cremes miteinander kombiniert.

Nach der ersten Behandlung ist man in der Regel nach 36 Stunden nicht mehr ansteckend. Es ist normal, dass die Haut noch einige Wochen juckt und gerötet ist. Um die Beschwerden zu lindern, kann es hilfreich sein, vorübergehend juckreizstillende Tabletten einzunehmen oder entzündungshemmende Cremes aufzutragen. Wenn die Symptome auch nach einer zweiten Behandlung nicht nachlassen, ist es wichtig, erneut ärztlichen Rat einzuholen.

Enge Kontaktpersonen wie Familienangehörige, Personen aus dem gleichen Haushalt oder Sexualpartnerinnen und -partner behandeln sich am besten gleichzeitig. So lässt sich vermeiden, dass es immer wieder zu einer wechselseitigen Ansteckung kommt.

Weitere Informationen

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden. Mit dieser Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten.

Sind Vorsichtsmaßnahmen nötig?

Ohne Verdacht auf Krätze im näheren Umfeld ist es weder nötig noch möglich, sich vor Krätze zu schützen. So können Kondome zwar vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen schützen, aber nicht vor Krätze. Auch durch eine Intim- oder Körperrasur lässt sich höchstens eine Ansteckung mit Filzläusen verhindern. Krätzmilben graben sich dagegen in die Haut ein und benötigen keine Haare als Halt.

Für manche Menschen ist enger Kontakt zu Personen, die ein erhöhtes Risiko für Krätze haben, unvermeidbar – etwa in der Pflege oder Betreuung. Körperbedeckende Kleidung mit langen Ärmeln und Einweghandschuhe zu tragen, kann dann vor einer Ansteckung schützen. Kommt es trotzdem zu Hautkontakt mit Betroffenen, ist es wichtig, Hände und Arme gründlich zu waschen.

Ich habe Krätze – was tun?

Wenn Krätze festgestellt wurde, kommt es neben der Behandlung vor allem darauf an, die Parasiten nicht an andere Menschen weiterzugeben. Das bedeutet, auf Sex, Kuscheln und anderen engen Körperkontakt zu verzichten, bis die Behandlung beendet ist. Kurze Berührungen wie Händeschütteln sind aber möglich.

Die Krätze-Behandlung dauert meist nur einen Tag. Fachleute raten aber dazu, sie etwa 7 bis 10 Tage später noch einmal zu wiederholen. Kinder können am Tag nach einer ersten Behandlung wieder in den Kindergarten oder die Schule, Erwachsene zur Arbeit und Betreute wieder in eine Pflegeeinrichtung gehen. Es ist aber wichtig, enge Körperkontakte bis nach der zweiten Behandlung zu vermeiden.

Die Milben werden durch die in der Regel abgetötet. Um sich nicht gleich wieder anzustecken, zum Beispiel bei der Partnerin oder dem Partner („Ping-Pong-Effekt“), ist es nötig, dass alle Betroffenen und nahen Kontaktpersonen zeitgleich behandelt werden und für mindestens 36 Stunden nach der Behandlung engen Körperkontakt vermeiden. Fachleute empfehlen zudem eine ärztliche Kontrolluntersuchung 2 Wochen nach Abschluss der . Ist alles in Ordnung, sind keine weiteren Einschränkungen nötig.

In der Regel ist man bereits mehrere Wochen lang ansteckend, bevor sich die Krätzmilben durch Juckreiz und Hautausschlag bemerkbar machen. Deshalb sollten alle Personen informiert und behandelt werden, mit denen man vor der sehr engen Körperkontakt hatte oder die im selben Haushalt leben.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung hält der Juckreiz oft noch einige Wochen an. Dann kann es schwerfallen, nicht zu kratzen. Wer sich die Fingernägel möglichst kurz schneidet und sie glatt feilt, kratzt sich die Haut nicht so leicht auf. Manchen Menschen hilft es auch, nachts Bauwollhandschuhe zu tragen.

Wie lässt sich ein Rückfall vermeiden?

Eine Übertragung von Krätzmilben über Textilien ist zwar selten, aber möglich – dann vor allem über benutzte Bettwäsche, Hand- und Badetücher oder Kleidung. Lebende Krätzmilben können auch in Teppichen oder Polstermöbeln zu finden sein. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass Krätzmilben bei normaler Innenraumtemperatur (21 Grad Celsius) außerhalb des menschlichen Körpers nur etwa 2 Tage überleben.

Schläft man aber zum Beispiel direkt nach der Behandlung im selben Bettzeug wie vorher, können die dort möglicherweise „wartenden“ Milben wieder auf den Körper gelangen. Auf diese Weise können sich natürlich auch andere Personen anstecken, die im selben Bett schlafen oder zum Beispiel dieselben Handtücher mitbenutzen.

Um die Milben abzutöten, ist es wichtig, das Bettzeug und alle anderen benutzten Wäschestücke bei mindestens 50 Grad zu waschen. Empfindliche Textilien oder Dinge, die nicht in die Waschmaschine gehören – etwa Plüschtiere oder Schuhe – können für mindestens 3 Tage in einen fest verschlossenen Plastiksack gepackt werden. Dort sterben die Krätzmilben von allein ab. Alternativ kann man den Sack auch bei minus 10 Grad Celsius für mindestens 5 Stunden einfrieren.

Um sicherzugehen, dass keine Milben zurückbleiben, sollten alle Kontaktflächen gereinigt werden und Polstermöbel, Kissen, Betten, Matratzen, Teppiche, Böden und Autositze abgesaugt werden und für mindestens 2 Tage nicht mit nackter Haut in Kontakt kommen. Es wird empfohlen, bei diesen Tätigkeiten Einmalhandschuhe zu tragen.

Aufwendige Desinfektionsmaßnahmen – etwa von glatten Oberflächen wie Toilettenbrillen oder eine komplette Raumdesinfektion mit Sprays – sind nicht nötig.

Ich hatte Kontakt zu einer Person mit Krätze – was nun?

Wer erfährt, dass jemand aus dem eigenen Umfeld Krätze hat, erschrickt oft zunächst. Es gibt aber keinen Grund, der erkrankten Person Vorwürfe zu machen oder sie gar Ablehnung oder Ekel spüren zu lassen. Hilfreich ist dagegen, ruhig zu überlegen: Wie eng war der Kontakt überhaupt? Davon hängt nämlich ab, was zu tun ist.

Könnte ich mich angesteckt haben?

Um sich mit Krätze anzustecken, ist in der Regel ein längerer Körperkontakt nötig, bei dem sich die Haut für mindestens 5 bis 10 Minuten berührt. Das Ansteckungsrisiko ist beim Sex daher besonders hoch. Auch beim Stillen, Kuscheln mit einer an Krätze erkrankten Person oder beim Schlafen im selben Bett können Krätzmilben übertragen werden. Anstecken kann sich zudem, wer eine Person mit Krätze betreut und pflegt, ihr beim Anziehen und der Körperpflege hilft.

Deshalb gelten als enge Kontaktpersonen:

  • Lebenspartnerinnen und -partner
  • Menschen, mit denen die oder der Erkrankte in den letzten Wochen Sex hatte
  • Personen, die im selben Haushalt leben
  • Betreuungs- und Pflegekräfte

Was können enge Kontaktpersonen tun?

Fachleute empfehlen, dass enge Kontaktpersonen sich ebenfalls behandeln lassen – und zwar am besten zeitgleich. Das gilt vor allem, wenn eine Ansteckung sehr wahrscheinlich ist oder erste Beschwerden schon darauf hindeuten. Aber auch wenn Kontaktpersonen (noch) keine Symptome haben, die für eine sprechen, ist die Mitbehandlung empfohlen. Bei einer rechtzeitigen Behandlung können Kontaktpersonen darauf verzichten, ihre eigenen Kontakte zu informieren.

Lässt sich Körperkontakt mit einer an Krätze erkrankten Person nicht vermeiden, etwa bei der Pflege von Kindern oder älteren Menschen, sollten langärmlige Kleidung und Einmalhandschuhe getragen werden. Anschließend ist es wichtig, sich Arme und Hände (besonders unter den Nägeln) gründlich zu waschen.

Was tun bei kürzeren Kontakten?

Beim Händeschütteln, bei einem flüchtigen Kuss oder einer kurzen Umarmung zur Begrüßung besteht nur ein sehr geringes Risiko, dass Krätzmilben übertragen werden. Wer sich trotzdem Sorgen macht, kann 5 bis 6 Wochen darauf achten, ob sich Symptome zeigen und enge Kontakte zu anderen vermeiden.

Eine Ausnahme sind Kontakte zu einer Person mit sehr ausgeprägter Krätze – der sogenannten Borkenkrätze (Scabies crustosa). Sie kommt bei Menschen vor, die ein geschwächtes Immunsystem haben und macht sich durch starke Schuppen- und Krustenbildung auf der gesamten Haut bemerkbar. Bei Borkenkrätze befinden sich sehr viele Milben auf dem Körper. Deshalb kann man sich auch bei kurzen Kontakten anstecken.

Quellen

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