Operationen

Operationen
Aktualisiert am: 26.01.2022· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Wenn eine Scheiden- oder Gebärmuttersenkung sehr ausgeprägt ist oder andere Behandlungen nicht ausreichend helfen, kommt eine Operation infrage. Sie kann Beschwerden lindern, hat aber auch Risiken. Eine Entfernung der Gebärmutter ist meist nicht nötig.

Ist das Bindegewebe im Beckenboden geschwächt, kann es sein, dass Organe im Unterleib nicht an ihrem Platz bleiben, sondern nach unten sinken. Eine Absenkung von Gebärmutter, Vagina (Scheide), Blase oder kann verschiedene Beschwerden auslösen, unter anderem Druck- und Fremdkörpergefühle, Schmerzen und Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang. Oft lässt sich eine Senkung auch ohne Operation wirksam behandeln, etwa mit Beckenbodentraining oder einem stützenden . Reicht dies nicht aus, überlegen viele Frauen, sich operieren zu lassen. Es gibt verschiedene Operationsverfahren, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

Gebärmuttersenkung: Welche Behandlungsmöglichkeiten habe ich?

Vor der Entscheidung für oder gegen eine Operation ist es sinnvoll, sich gut über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Verfahren zu informieren. Diese Entscheidungshilfe unterstützt dabei, Vor- und Nachteile für sich abzuwägen.

Vorbereitung

Wie umfangreich die Vorbereitung ist, richtet sich nach der Art der Operation und danach, ob eine ansonsten gesunde Person, ein älterer Mensch oder ein Kind operiert werden soll. Muss in einem Notfall rasch operiert werden, ist zudem oft keine Zeit für eine Vorbereitung.

Bei größeren Eingriffen können viele Voruntersuchungen in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus nötig sein. Bei den meisten Operationen reicht es aber aus, kurz vorher in die Klinik zu gehen.

Wichtig ist, dass die operierenden Ärztinnen und Ärzte über Vorerkrankungen, Allergien oder Blutgerinnungsstörungen sowie über die Einnahme von Medikamenten informiert sind.

Das Aufklärungsgespräch

Im Aufklärungsgespräch vor einer OP erklärt die Ärztin oder der Arzt den Eingriff, seinen Umfang und Ablauf. Bei der Aufklärung müssen außerdem die Erfolgsaussichten und die Risiken der Operation beschrieben werden. Thema ist auch, welche Folgen wie etwa Schmerzen die OP hat, was in der Zeit der Nachbehandlung zu beachten ist und wie lange man nicht arbeiten kann. Im Krankenhaus gehört zur Aufklärung zudem ein Gespräch mit einer Narkoseärztin oder einem Narkosearzt. Es kann helfen, sich Fragen vorab aufzuschreiben. Außer in Notfällen darf ohne Aufklärungsgespräch nicht operiert werden. Nach dem Gespräch wird per Unterschrift bestätigt, dass man über den Eingriff und seine Risiken aufgeklärt wurde und der OP zustimmt.

Zur Vorbereitung auf das Aufklärungsgespräch ist es hilfreich, alle noch offenen eigenen Fragen zur OP aufzuschreiben. Im Gespräch selbst sollte man sich nicht scheuen, Ängste und Unsicherheiten anzusprechen. Auch organisatorische Fragen können geklärt werden – zum Beispiel, wer einen nach einer ambulanten Operation nach Hause begleitet.

Wie lange muss man vor einer Vollnarkose nüchtern bleiben?

In der Regel dürfen Kinder und Erwachsene sechs Stunden vor einer Vollnarkose nichts mehr essen und zwei Stunden vorher nichts mehr trinken. Säuglinge dürfen meist vier Stunden vor einer Operation nicht mehr gestillt werden oder Flaschennahrung erhalten.

Vor der OP werden meist Medikamente gegeben, die das Einleiten der Narkose erleichtern – zum Beispiel Beruhigungsmittel oder Mittel, die die Speichel- oder Magensäureproduktion hemmen.

Die Operation

Bei größeren Eingriffen im Krankenhaus wird man zuerst in den sogenannten Einleitungsraum des OP-Bereichs gebracht. Meist wird hier die Narkose (Anästhesie) vorbereitet und eingeleitet. Sie ist nötig, damit während des Eingriffs keine Schmerzen spürbar sind. Es gibt drei verschiedene Arten der Narkose:

  • örtliche Betäubung (lokale Anästhesie) bei kleineren, meist oberflächlichen Eingriffen.
  • Betäubung größerer Bereiche (regionale Anästhesie) wie ein Arm, ein Bein oder auch die untere Körperhälfte.
  • Vollnarkose bei größeren Eingriffen oder wenn keine Lokal- oder Regionalanästhesie möglich oder gewünscht ist. Eine Vollnarkose kann auch bei Kindern oder Menschen nötig sein, die große Angst vor dem Eingriff haben.

Bei einer Klinik-OP unter Vollnarkose sind im Operationssaal neben den operierenden Ärztinnen und Ärzten auch OP-Schwestern, -Pfleger und andere Fachkräfte anwesend. Eine Narkoseärztin oder ein Narkosearzt überwacht während der gesamten OP den Kreislauf, die Herzfunktion und die Atmung. Dazu wird man an spezielle Geräte angeschlossen, bei einer Vollnarkose auch an ein Beatmungsgerät.

Die Operationsrisiken hängen sehr stark von der Art des Eingriffs ab, aber auch vom Alter oder den Vorerkrankungen einer Patientin oder eines Patienten. Auch die Erfahrungen der Operateure spielen eine Rolle. Bei jeder Narkose besteht zudem ein Risiko für Komplikationen, zum Beispiel für Abfall oder Anstieg des Blutdrucks oder des Pulses. Bei Vollnarkosen sind Nebenwirkungen häufiger als bei Teilnarkosen. Ernsthafte Probleme durch die Narkose sind heute jedoch sehr selten.

Nachbehandlung

In Krankenhäusern werden frisch Operierte nach einer Vollnarkose in den sogenannten Aufwachraum gebracht. Hier werden sie noch eine Zeit lang von Anästhesie-Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten betreut und überwacht, bevor sie wieder zurück auf die Station verlegt werden. Geräte messen den Puls, den Blutdruck und die Herzaktivität.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen direkt nach Operationen gehören Benommenheit, Übelkeit, Kreislaufprobleme durch die Vollnarkose, aber auch Schmerzen infolge des Eingriffs. Es ist wichtig, das medizinische Personal auf solche Beschwerden aufmerksam zu machen, damit sie ausreichend behandelt werden können. Denn wer starke Schmerzen hat, erholt sich meist nur langsam von einem Eingriff. In der Regel lassen sich Neben- und Folgewirkungen einer OP gut mit Medikamenten lindern.

Nach einer Bauchoperation darf meist solange nichts gegessen werden, bis sich der Darm wieder bewegt. Nach anderen Operationen ist Essen und Trinken wieder möglich, sobald die Narkose abgeklungen ist.

Nach größeren Eingriffen ist es normalerweise nötig, noch einige Tage im Krankenhaus zu bleiben. In der Zeit der Nachbehandlung kommt es vor allem darauf an, dass die Operationswunden gut heilen und man so schnell es geht wieder auf die Beine kommt. Längere Bettruhe nach Operationen ist heute die Ausnahme. Meist werden Patientinnen und Patienten dazu ermuntert, nach dem Eingriff sobald es geht wieder aufzustehen und sich zu bewegen.

Nach kleineren Eingriffen ist es oft möglich, sich schon kurz nach dem Abklingen der Betäubung abholen zu lassen und nach Hause zu gehen.

Rehabilitation

An manche Operationen schließt sich eine Rehabilitation an, die mehrere Wochen dauern kann. Diese „Anschlussheilbehandlung“ kann ambulant oder stationär angeboten werden. Durch eine Rehabilitation sollen Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff so zu Kräften kommen, dass sie ihren normalen Alltag wiederaufnehmen können. Ein wichtiger Bestandteil einer Rehabilitation ist oft eine physiotherapeutische Behandlung. Ihr Ziel ist, zum Beispiel ein operiertes Gelenk wieder beweglich zu machen und die Muskulatur zu kräftigen.

Weitere Informationen

Vor jeder Behandlung haben Patientinnen und Patienten das Recht, sich ausführlich und verständlich über Vor- und Nachteile und über Alternativen aufklären zu lassen. Diese Rechte sind im deutschen Patientenrechtegesetz verankert.

Bei bestimmten Eingriffen sind Ärzte dazu verpflichtet, auf das Recht auf eine zweite Meinung hinzuweisen.

In Deutschland gibt es zudem ein breites Angebot zur persönlichen Beratung und Unterstützung im Krankheitsfall.

Weitere Informationen bietet die Broschüre „Ratgeber Krankenhaus“ des Bundesministeriums für Gesundheit. Suchportale für Kliniken wie zum Beispiel die „Weisse Liste“ helfen bei der Suche nach dem passenden Krankenhaus für eine bestimmte Operation.

Welche Operationsverfahren gibt es bei einer Scheidensenkung?

Bei den Eingriffen wird das Bindegewebe gestärkt und die abgesunkenen Organe werden wieder angehoben. Die beiden Verfahren sind:

  • vordere Scheidenplastik: Sie kommt bei einer Senkung der vorderen Scheidenwand infrage, die mit einer Blasensenkung einhergeht. Um die Blase wieder an ihre ursprüngliche Position zu heben und die Scheidenwand zu stärken, wird das Bindegewebe zwischen Harnblase und Vagina gestrafft. Es wird über einen Schnitt in der vorderen Scheidenwand operiert.
  • hintere Scheidenplastik: Sie kommt bei einer Senkung der hinteren Scheidenwand infrage, die mit einer Enddarmsenkung einhergeht. Um den anzuheben, wird das Bindegewebe zwischen Vagina und gestrafft. Es wird über einen Schnitt in der hinteren Scheidenwand operiert.

Welche Operationsverfahren gibt es bei einer Gebärmuttersenkung?

Bei den Eingriffen wird die Gebärmutter angehoben und befestigt. Die gängigsten Verfahren sind:

  • Sakrouteropexie (Sakrokolpopexie): Sie kommt bei einer Senkung im oberen Bereich des Beckenbodens infrage, wenn beispielsweise die Gebärmutter () tiefer liegt. Das Ende des Gebärmutterhalses oder der Vagina wird mithilfe eines Kunststoffnetzes am Kreuz- oder Steißbein befestigt. Die Gebärmutter muss dabei nicht entfernt werden. Es wird meist über kleine Schnitte in der Bauchdecke operiert (Laparoskopie).
  • sakrospinale Fixation: Sie ist eine Alternative zur Sakrouteropexie bei einer Senkung im oberen Bereich des Beckenbodens. Dabei werden Gebärmutter oder Vagina angehoben und an Bändern im Becken befestigt. Die Gebärmutter wird erhalten. Es wird durch einen seitlichen Schnitt in der Vagina operiert.
  • Pektopexie: Dieses neuere Verfahren kommt bei einer Senkung im mittleren Bereich des Beckenbodens infrage. Dabei werden Vagina oder Gebärmutter mit einem Kunststoffnetz oder einem Faden gestützt, die im Becken gespannt werden. Die Gebärmutter wird erhalten. Es wird über kleine Schnitte in der Bauchdecke operiert (Laparoskopie).
  • Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie): Die Gebärmutter wird teilweise oder vollständig entfernt. Bei der teilweisen Entfernung wird nur der Gebärmutterkörper entfernt, der Gebärmutterhals bleibt. Eine vollständige Entfernung ist über die Vagina oder die Bauchdecke möglich, eine teilweise Entfernung nur über die Bauchdecke.

Die Eingriffe erfolgen in der Regel in . Meist bleibt man 3 bis 5 Tage im Krankenhaus.

Daneben gibt es weitere Verfahren, die jedoch wissenschaftlich nicht so gut untersucht sind und seltener durchgeführt werden.

Welche ergänzenden Verfahren sind möglich?

Führt die Senkung zu einer Blasenschwäche (Belastungsinkontinenz), kann die Harnröhre mithilfe einer Kunststoffschlinge stabilisiert werden. Dies ist auch während einer Senkungsoperation möglich.

Bei bestimmten Eingriffen kann zusätzlich der Beckenboden entweder mit Binde- und Muskelgewebe des Beckenbodens (Eigengewebe) oder mit einem Kunststoffnetz gefestigt werden – beispielsweise bei der Scheidenplastik. Das Kunststoffnetz wird zwischen Vagina und Harnblase eingesetzt. Es funktioniert wie eine straff gespannte Hängematte und stützt so die Organe. Ob das Einsetzen eines Netzes sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Situation ab.

Welcher Eingriff ist der passende?

Welcher Eingriff sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, welche Organe betroffen sind. Wenn mehrere Organe oder mehrere Bereiche des Beckenbodens abgesunken sind, werden verschiedene Verfahren kombiniert. Zudem spielen persönliche Wünsche eine wichtige Rolle – zum Beispiel, ob man die Gebärmutter behalten möchte oder sich ein Kunststoffimplantat vorstellen kann.

Meist kann durch kleine Einschnitte in der Bauchdecke (Laparoskopie) oder durch die Vagina operiert werden. Diese Eingriffe sind schonender als ein großer Bauchschnitt, der nur selten nötig ist. Die Entscheidung, ob durch die Vagina oder die Bauchdecke operiert wird, hängt unter anderem von der Art des Eingriffs und den Wünschen der Frau ab.

Wie gut helfen Operationen bei einer Scheidensenkung (Scheidenplastik)?

Eine Scheidenplastik kann die Organe stabilisieren. Dadurch können Blasen- und Darmbeschwerden, Druckgefühle und Schmerzen abnehmen. Etwa 80 bis 90 von 100 Frauen sind nach der Operation zumindest vorübergehend frei von Beschwerden wie Blasenschwäche oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Nach einer Scheidenplastik kann es zu einem kommen – das heißt, die Organe können erneut absinken. Studien zur vorderen Scheidenplastik zeigen, dass es bei einer Operation mit Eigengewebe bei etwa 38 von 100 Frauen innerhalb von 3 Jahren zu einer erneuten Senkung kommt. Wird ein Kunststoffnetz eingesetzt, ist das Risiko geringer.

In Studien zur hinteren Scheidenplastik kam es je nach Operationsverfahren bei etwa 10 bis 40 von 100 Frauen zu einer erneuten Senkung. Ob dieses Risiko sinkt, wenn ein Kunststoffnetz eingesetzt wird, ist unklar.

Welche Nebenwirkungen hat eine Scheidenplastik?

Bei weniger als 1 von 100 Frauen wird bei der vorderen Scheidenplastik die Blase oder der Darm verletzt. Auch Wundinfektionen sind möglich. Zudem kann es wie nach allen Operationen im Bauchraum zu kommen, die Schmerzen oder Verdauungsbeschwerden nach sich ziehen können. Der Einsatz eines Kunststoffnetzes hat gewisse Risiken (siehe unten).

Wie gut helfen Operationen bei einer Gebärmuttersenkung (Sakrouteropexie, sakrospinale Fixation, Pektopexie)?

Wenn eine Gebärmuttersenkung durch eine Sakrouteropexie behoben wurde, sind etwa 90 von 100 Frauen zumindest vorübergehend frei von Beschwerden wie Blasenschwäche oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Es besteht aber ein Rückfallrisiko: Innerhalb der ersten 2 Jahre nach dem Eingriff sinkt die Gebärmutter bei etwa 20 von 100 Frauen erneut ab oder wölbt sich aus der Vagina.

Bei der sakrospinalen Fixation kann vermutlich auf das Einsetzen eines Kunststoffnetzes verzichtet werden, da es nicht besser vor einem schützt als eine Operation mit Eigengewebe. Bei Eingriffen durch die Vagina ist das Risiko für einen jedoch insgesamt höher als bei der Sakrouteropexie: Bei etwa 30 von 100 Frauen sinkt die Gebärmutter erneut ab. Es kommt dann auch häufiger zu erneuten Beschwerden wie und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Die Pektopexie kann die Senkung ebenfalls beheben und Beschwerden lindern. In den bisherigen Studien waren die Ergebnisse vergleichbar mit denen der Sakrouteropexie.

Nach einer gebärmuttererhaltenden Operation ist es zwar noch möglich, Kinder zu bekommen. Dennoch wird empfohlen, eine Senkungsoperation möglichst aufzuschieben, bis die Familienplanung abgeschlossen ist. Der Grund: Eine Schwangerschaft erhöht das Risiko für einen .

Welche Nebenwirkungen haben Operationen bei Gebärmuttersenkung?

Bei etwa 5 von 100 Frauen kommt es zu Komplikationen wie Wundinfektionen, Blasen- oder Darmverletzungen. Außerdem gibt es die üblichen Operationsrisiken, beispielsweise durch die . Wie bei vielen Operationen im Bauchraum sind eine mögliche Folge, die Schmerzen oder Verdauungsbeschwerden nach sich ziehen können. Außerdem müssen die Risiken eines Kunststoffnetzes bedacht werden.

Welche Vor- und Nachteile haben Kunststoffnetze?

Bei bestimmten Operationen wird fast immer ein Kunststoffnetz eingesetzt, um die Organe zu stützen. Dazu gehören die Sakrokolpopexie und die Pektopexie. Bei anderen Verfahren ist es möglich, zwischen Eigengewebe und Kunststoffnetzen zu wählen. Ärztliche Fachgesellschaften empfehlen derzeit, mit Kunststoffnetzen zurückhaltend zu sein und sie eher Frauen anzubieten, die ein hohes Risiko für einen haben oder bereits einen hatten.

Kunststoffnetze können die Organe etwas besser stabilisieren als Eigengewebe – zumindest bei der Scheidenplastik. Allerdings bergen sie das Risiko für bestimmte Komplikationen. So können sich bei etwa 5 von 100 Frauen die Netze lösen, was erneute Operationen nach sich ziehen kann. Es kommt zudem häufiger zu Blasenverletzungen und Blasenschwäche. Der Verdacht, dass Kunststoffnetze häufiger Schmerzen in der Vagina (Scheide) und beim Geschlechtsverkehr verursachen, hat sich aber nicht bestätigt. Bestimmte Netze wurden vom Markt genommen, da sie recht häufig Probleme bereiteten.

Mittlerweile gibt es neuere Kunststoffnetze, die weniger Komplikationen verursachen sollen. Diese Netze sind bislang allerdings nicht gut untersucht. Deshalb lässt sich noch nicht sagen, welche Vor- und Nachteile sie im Vergleich zu Operationen mit Eigengewebe haben.

Wann kommt eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) infrage?

Viele Frauen möchten ihre Gebärmutter behalten, auch wenn sie keinen Kinderwunsch mehr haben. Normalerweise ist dies möglich. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass es bei einer Gebärmuttersenkung Vorteile hat, die Gebärmutter zu entfernen: Das Risiko, dass ein oder mehrere Organe erneut absinken, bleibt gleich – egal, ob bei einem Eingriff die Gebärmutter entfernt wurde oder nicht. Zudem sind Operationen, bei denen die Gebärmutter erhalten wird, körperlich weniger belastend. Nach einer Gebärmutterentfernung löst sich außerdem das Kunststoffnetz häufiger als nach anderen Eingriffen.

Wenn eine Ärztin oder ein Arzt zu einer Entfernung der Gebärmutter rät, ist es sinnvoll, sich über Alternativen zu informieren. Entscheidend ist, sich darüber im Klaren zu sein, warum die Gebärmutter entfernt werden soll: Hat dies mit der Senkung zu tun oder gibt es andere Gründe? Welche Vor- und Nachteile hätte die Entfernung? Und wie wichtig ist es mir, die Gebärmutter zu behalten?

Ärztinnen und Ärzte, die eine Gebärmutterentfernung empfehlen, müssen auf das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung hinweisen. Das bedeutet: Man hat die Möglichkeit, die Entscheidung für oder gegen den Eingriff noch einmal kostenlos mit einer anderen Spezialistin oder einem Spezialisten zu besprechen.

Was ist nach einem Eingriff zu beachten?

Damit die Wunden abheilen können und das Ergebnis der Operation nicht gefährdet wird, empfehlen Fachleute Folgendes:

  • für etwa 6 bis 8 Wochen auf starke körperliche Belastungen zu verzichten, wie schweres Heben oder Sportarten, bei denen man läuft oder springt. Spazierengehen oder leichtes Heben (bis 5 kg) sind aber möglich. Es wird empfohlen, auch langfristig nicht schwer körperlich zu arbeiten und keine schweren Lasten zu tragen.
  • für 6 bis 8 Wochen auf Schwimmen, Vollbäder, Sauna, Tampons sowie auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.
  • auf weichen Stuhlgang zu achten und starkes Pressen zu vermeiden. Empfohlen wird beispielsweise, sich ballaststoffreich zu ernähren und ausreichend zu trinken.

Nach 6 Wochen kann mit Beckenbodentraining begonnen werden.

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