Operationen

Operationen
Aktualisiert am: 26.01.2022· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Ein Eingriff an der Lunge kommt nur bei einer weit fortgeschrittenen infrage. Mit verschiedenen Verfahren können erkrankte Teile der Lunge entfernt oder verkleinert werden, um das Atmen zu erleichtern. Bei einer besonders schweren Erkrankung ist unter Umständen eine Lungentransplantation möglich.

Bei einer fortschreitenden chronisch obstruktiven Lungenerkrankung () kann es zu einem kommen. Dabei werden die Wände der zerstört, wodurch sich größere Blasen bilden, die auch platzen können. Durch die Überblähung verkleinert sich der gesunde Teil der Lunge, und es gelangt weniger Sauerstoff ins Blut. Zudem wird die Atemmuskulatur stärker beansprucht. Betroffene werden dann schneller kurzatmig, sind körperlich weniger belastbar und haben häufiger Husten mit Auswurf.

Wenn sich die Beschwerden nicht mehr anders lindern lassen, ist unter bestimmten Bedingungen eine Operation oder ein kleinerer Eingriff an der Lunge möglich. Bislang werden die verschiedenen Verfahren eher selten eingesetzt.

Vorbereitung

Wie umfangreich die Vorbereitung ist, richtet sich nach der Art der Operation und danach, ob eine ansonsten gesunde Person, ein älterer Mensch oder ein Kind operiert werden soll. Muss in einem Notfall rasch operiert werden, ist zudem oft keine Zeit für eine Vorbereitung.

Bei größeren Eingriffen können viele Voruntersuchungen in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus nötig sein. Bei den meisten Operationen reicht es aber aus, kurz vorher in die Klinik zu gehen.

Wichtig ist, dass die operierenden Ärztinnen und Ärzte über Vorerkrankungen, Allergien oder Blutgerinnungsstörungen sowie über die Einnahme von Medikamenten informiert sind.

Das Aufklärungsgespräch

Im Aufklärungsgespräch vor einer OP erklärt die Ärztin oder der Arzt den Eingriff, seinen Umfang und Ablauf. Bei der Aufklärung müssen außerdem die Erfolgsaussichten und die Risiken der Operation beschrieben werden. Thema ist auch, welche Folgen wie etwa Schmerzen die OP hat, was in der Zeit der Nachbehandlung zu beachten ist und wie lange man nicht arbeiten kann. Im Krankenhaus gehört zur Aufklärung zudem ein Gespräch mit einer Narkoseärztin oder einem Narkosearzt. Es kann helfen, sich Fragen vorab aufzuschreiben. Außer in Notfällen darf ohne Aufklärungsgespräch nicht operiert werden. Nach dem Gespräch wird per Unterschrift bestätigt, dass man über den Eingriff und seine Risiken aufgeklärt wurde und der OP zustimmt.

Zur Vorbereitung auf das Aufklärungsgespräch ist es hilfreich, alle noch offenen eigenen Fragen zur OP aufzuschreiben. Im Gespräch selbst sollte man sich nicht scheuen, Ängste und Unsicherheiten anzusprechen. Auch organisatorische Fragen können geklärt werden – zum Beispiel, wer einen nach einer ambulanten Operation nach Hause begleitet.

Wie lange muss man vor einer Vollnarkose nüchtern bleiben?

In der Regel dürfen Kinder und Erwachsene sechs Stunden vor einer Vollnarkose nichts mehr essen und zwei Stunden vorher nichts mehr trinken. Säuglinge dürfen meist vier Stunden vor einer Operation nicht mehr gestillt werden oder Flaschennahrung erhalten.

Vor der OP werden meist Medikamente gegeben, die das Einleiten der Narkose erleichtern – zum Beispiel Beruhigungsmittel oder Mittel, die die Speichel- oder Magensäureproduktion hemmen.

Die Operation

Bei größeren Eingriffen im Krankenhaus wird man zuerst in den sogenannten Einleitungsraum des OP-Bereichs gebracht. Meist wird hier die Narkose (Anästhesie) vorbereitet und eingeleitet. Sie ist nötig, damit während des Eingriffs keine Schmerzen spürbar sind. Es gibt drei verschiedene Arten der Narkose:

  • örtliche Betäubung (lokale Anästhesie) bei kleineren, meist oberflächlichen Eingriffen.
  • Betäubung größerer Bereiche (regionale Anästhesie) wie ein Arm, ein Bein oder auch die untere Körperhälfte.
  • Vollnarkose bei größeren Eingriffen oder wenn keine Lokal- oder Regionalanästhesie möglich oder gewünscht ist. Eine Vollnarkose kann auch bei Kindern oder Menschen nötig sein, die große Angst vor dem Eingriff haben.

Bei einer Klinik-OP unter Vollnarkose sind im Operationssaal neben den operierenden Ärztinnen und Ärzten auch OP-Schwestern, -Pfleger und andere Fachkräfte anwesend. Eine Narkoseärztin oder ein Narkosearzt überwacht während der gesamten OP den Kreislauf, die Herzfunktion und die Atmung. Dazu wird man an spezielle Geräte angeschlossen, bei einer Vollnarkose auch an ein Beatmungsgerät.

Die Operationsrisiken hängen sehr stark von der Art des Eingriffs ab, aber auch vom Alter oder den Vorerkrankungen einer Patientin oder eines Patienten. Auch die Erfahrungen der Operateure spielen eine Rolle. Bei jeder Narkose besteht zudem ein Risiko für Komplikationen, zum Beispiel für Abfall oder Anstieg des Blutdrucks oder des Pulses. Bei Vollnarkosen sind Nebenwirkungen häufiger als bei Teilnarkosen. Ernsthafte Probleme durch die Narkose sind heute jedoch sehr selten.

Nachbehandlung

In Krankenhäusern werden frisch Operierte nach einer Vollnarkose in den sogenannten Aufwachraum gebracht. Hier werden sie noch eine Zeit lang von Anästhesie-Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten betreut und überwacht, bevor sie wieder zurück auf die Station verlegt werden. Geräte messen den Puls, den Blutdruck und die Herzaktivität.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen direkt nach Operationen gehören Benommenheit, Übelkeit, Kreislaufprobleme durch die Vollnarkose, aber auch Schmerzen infolge des Eingriffs. Es ist wichtig, das medizinische Personal auf solche Beschwerden aufmerksam zu machen, damit sie ausreichend behandelt werden können. Denn wer starke Schmerzen hat, erholt sich meist nur langsam von einem Eingriff. In der Regel lassen sich Neben- und Folgewirkungen einer OP gut mit Medikamenten lindern.

Nach einer Bauchoperation darf meist solange nichts gegessen werden, bis sich der Darm wieder bewegt. Nach anderen Operationen ist Essen und Trinken wieder möglich, sobald die Narkose abgeklungen ist.

Nach größeren Eingriffen ist es normalerweise nötig, noch einige Tage im Krankenhaus zu bleiben. In der Zeit der Nachbehandlung kommt es vor allem darauf an, dass die Operationswunden gut heilen und man so schnell es geht wieder auf die Beine kommt. Längere Bettruhe nach Operationen ist heute die Ausnahme. Meist werden Patientinnen und Patienten dazu ermuntert, nach dem Eingriff sobald es geht wieder aufzustehen und sich zu bewegen.

Nach kleineren Eingriffen ist es oft möglich, sich schon kurz nach dem Abklingen der Betäubung abholen zu lassen und nach Hause zu gehen.

Rehabilitation

An manche Operationen schließt sich eine Rehabilitation an, die mehrere Wochen dauern kann. Diese „Anschlussheilbehandlung“ kann ambulant oder stationär angeboten werden. Durch eine Rehabilitation sollen Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff so zu Kräften kommen, dass sie ihren normalen Alltag wiederaufnehmen können. Ein wichtiger Bestandteil einer Rehabilitation ist oft eine physiotherapeutische Behandlung. Ihr Ziel ist, zum Beispiel ein operiertes Gelenk wieder beweglich zu machen und die Muskulatur zu kräftigen.

Weitere Informationen

Vor jeder Behandlung haben Patientinnen und Patienten das Recht, sich ausführlich und verständlich über Vor- und Nachteile und über Alternativen aufklären zu lassen. Diese Rechte sind im deutschen Patientenrechtegesetz verankert.

Bei bestimmten Eingriffen sind Ärzte dazu verpflichtet, auf das Recht auf eine zweite Meinung hinzuweisen.

In Deutschland gibt es zudem ein breites Angebot zur persönlichen Beratung und Unterstützung im Krankheitsfall.

Weitere Informationen bietet die Broschüre „Ratgeber Krankenhaus“ des Bundesministeriums für Gesundheit. Suchportale für Kliniken wie zum Beispiel die „Weisse Liste“ helfen bei der Suche nach dem passenden Krankenhaus für eine bestimmte Operation.

Wie funktioniert die Lungenvolumenreduktion (LVR)?

Bei diesem Eingriff werden überblähte Teile der Lunge entfernt oder verkleinert. Dadurch verringert sich das Lungenvolumen zunächst. Die gesunden Lungenabschnitte bekommen jedoch mehr Platz und können das Blut wieder leichter mit Sauerstoff versorgen. Die LVR soll die Atemmuskulatur entlasten, die Atmung verbessern und Atemnot lindern.

Es gibt zwei LVR-Verfahren:

  • Bei der chirurgischen Lungenvolumenreduktion wird über einen großen Schnitt im Bereich des Brustkorbs oder über kleine Schnitte (Schlüssellochtechnik) operiert. Dabei werden überblähte Lungenteile entfernt, die das Atmen erschweren.
  • Bei der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion wird ein über die Luftröhre bis in die Verästelungen der vorgeschoben. Dazu ist keine nötig. Meist reicht ein starkes Beruhigungsmittel, das in einen kurzen Tiefschlaf versetzt. Um das Lungenvolumen zu verringern, können beispielsweise Ventile oder Spiralen (Coils) eingesetzt werden. Bei anderen Techniken wird der überblähte Teil der Lunge mit Schaum oder heißem Wasserdampf behandelt, damit er kleiner wird. Auch das Einsetzen von Stents (Röhrchen) ist möglich, wird in Deutschland aber kaum durchgeführt.

Diese Eingriffe eignen sich nur für Menschen mit einer schweren , die

  • seit mehreren Monaten nicht mehr rauchen,
  • keine schweren Begleiterkrankungen haben,
  • nicht stark untergewichtig sind und
  • alle anderen Behandlungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft haben.

Welcher Eingriff infrage kommt, hängt unter anderem von der Art des Lungenemphysems ab.

Wie gut hilft die Lungenvolumenreduktion?

Die Lungenvolumenreduktion kann Menschen mit einer helfen, hat jedoch gewisse Risiken. Die Vor- und Nachteile hängen vom jeweiligen Verfahren ab. Die bronchoskopische LVR wird mittlerweile häufiger eingesetzt als die chirurgische, ist aber noch nicht so gut untersucht.

Chirurgische Lungenvolumenreduktion

Die Operation kann die Chance erhöhen, länger zu leben. In der größten Studie zu diesem Verfahren zeigte sich fünf Jahre danach:

  • Ohne Operation waren 49 von 100 Menschen gestorben.
  • Mit Operation waren 42 von 100 Menschen gestorben.

Zudem waren die operierten Patientinnen und Patienten körperlich belastbarer, hatten eine bessere Lebensqualität und seltener Atemnot. Sie kamen auch seltener wegen einer akuten Verschlechterung der Atmung () in ein Krankenhaus.

Es gab aber auch Nachteile: So starben im ersten Jahr nach dem Eingriff einige Menschen an den Folgen der Operation. Zudem hat jede Operation, zum Beispiel Entzündungen oder Wundheilungsstörungen. Unerwünschte Wirkungen wurden in den Studien aber nicht ausreichend untersucht.

Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion

Eine bronchoskopische LVR mit Ventilen oder Spiralen (Coils) kann die körperliche Belastbarkeit und die Lebensqualität verbessern. Nach dem Einsetzen von Spiralen kam es zudem seltener zu Atemnot. Ob der Eingriff das Leben verlängern kann, ist jedoch unklar. Die bisherigen Studien dauerten maximal ein Jahr – das ist zu kurz, um diese Frage zu beantworten.

Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, dass es nach dem Eingriff manchmal zu einer akuten Verschlechterung der Atmung kommt. Sie kann durch das Einführen des Endoskops in die ausgelöst werden. Zudem kann ein Lungenflügel zusammenfallen (Pneumothorax). Nach dem Eingriff kommt es oft zu leichtem Bluthusten, zudem bestehen die allgemeinen Operationsrisiken. Werden Spiralen eingesetzt, ist das Risiko für eine Lungenentzündung erhöht.

Andere Verfahren zur Verringerung des Lungenvolumens wie beispielsweise das gezielte Einbringen von Polymerschaum oder heißem Wasserdampf sowie die Einlage von Stents sind kaum untersucht. Daher bleibt die Frage zu den Vor-und Nachteilen dieser Behandlungsmöglichkeiten offen.

Was geschieht bei einer Bullektomie?

Dieser Eingriff ähnelt der Lungenvolumenreduktion. Im Gegensatz zur LVR werden dabei aber nur einzelne große Blasen (lat. = Bulla) entfernt. Eine Bullektomie kommt infrage, wenn einzelne Blasen mehr als ein Drittel eines Lungenflügels ausfüllen und auf das benachbarte Gewebe drücken. Auch bei diesem Eingriff wird in der Regel , das heißt über kleine Schnitte im Brustkorb operiert (Schlüssellochtechnik).

Wann kommt eine Lungentransplantation infrage?

Eine Lungentransplantation kommt nur bei einem fortgeschrittenen infrage, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Dabei werden ein oder beide Lungenflügel entfernt und gegen ein gespendetes Organ ausgetauscht. Die Möglichkeit zur ist begrenzt, weil es nur selten Spenderlungen gibt. Mit einer neuen Lunge können Empfängerinnen und Empfänger meist wieder deutlich besser atmen und haben eine höhere Lebensqualität.

Eine ist mit besonderen Risiken verbunden, da die Operation sehr aufwendig ist und der Körper das neue Organ annehmen muss. Um Abstoßungsreaktionen vorzubeugen, müssen nach dem Eingriff dauerhaft Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems eingenommen werden. Sie haben zum Teil ernsthafte Nebenwirkungen.

Für eine gibt es bestimmte Voraussetzungen: So muss das Risiko deutlich erhöht sein, in den kommenden Jahren an der zu sterben – zugleich dürfen aber keine schweren Begleiterkrankungen bestehen. Man muss bereits längere Zeit nicht mehr rauchen und bereit sein, aktiv an Reha- und Trainingsmaßnahmen teilzunehmen. Da Menschen über 65 Jahren häufiger schwere Begleiterkrankungen haben, sind die meisten Patientinnen und Patienten bei einer jünger.

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