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Verhütungsmittel

Verhütungsmittel
Nächstes Update: 2028
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Spiralen sind sehr sichere Verhütungsmittel. Ärztinnen und Ärzte setzen sie in die Gebärmutter ein, wo sie gleichmäßig entweder Kupfer oder abgeben. Sie wirken über mehrere Jahre verhütend.

Spiralen liegen in der Gebärmutter () und geben dort geringe Mengen an Kupfer oder Hormonen ab. Neben der Kupferspirale und der gibt es die Kupferkette und den Kupferball. Da diese zwar eine andere Form haben, aber wie die Kupferspirale wirken, werden sie zu den Spiralen gezählt.

Da die Kupferspirale, die Kupferkette und der Kupferball keine enthalten, hat die Frau weiter ihren natürlichen Zyklus. Die dagegen zählt zu den hormonellen Verhütungsmitteln und hat Auswirkungen auf den Zyklus.

Spiralen sind rezeptpflichtig, das heißt, sie müssen ärztlich verschrieben werden. Meist werden sie über die ärztliche Praxis bestellt, in der sie eingesetzt werden. Die Ärztin oder der Arzt kann sie jederzeit wieder entfernen, etwa wenn die Frau schwanger werden möchte.

Gut zu wissen:

Neben den Spiralen gibt es weitere Verhütungsmethoden, zum Beispiel Barriere-Methoden (wie das Kondom), hormonelle Verhütungsmethoden (wie die Pille), die Sterilisation und Methoden der natürlichen Familienplanung.

Verhütungsmethoden und ihre Wirkung

Es gibt folgende Möglichkeiten:

  • hormonelle Verhütung: Pille (Kombi-Pille), Minipille (Gestagen-Pille), Verhütungsring (Vaginalring, Hormonring), Verhütungspflaster, Verhütungsstäbchen (Hormonstäbchen, Hormonimplantat), Hormonspirale, Dreimonatsspritze

    Es gibt kombinierte hormonelle Verhütungsmittel mit den Hormonen Östrogen und Gestagen und Mittel, die nur Gestagen enthalten. Je nach Zusammensetzung und Dosis der Hormone verhindern hormonelle Verhütungsmittel die Befruchtung der Eizelle, indem sie den Schleim im Gebärmutterhals (Zervix) verdicken, sodass Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen. Zudem hemmen sie den Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter (Uterus), sodass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann. Manche verhindern auch den Eisprung.
  • Barriere-Methoden (ohne Hormone): Kondom, Femidom („Frauenkondom“), Diaphragma

    Sie verhindern eine Befruchtung, indem sie den Spermien den Weg in die Gebärmutter versperren.
  • Spiralen (mit oder ohne Hormone): Kupferspirale, Kupferkette, Kupfer(perlen)ball, Hormonspirale

    Sie werden in die Gebärmutter eingesetzt und geben dort entweder geringe Mengen Kupfer oder Hormone ab. Spiralen können den Schleim im Gebärmutterhals (Zervix) so verändern, dass Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen. Außerdem wird die Bewegungs- und Befruchtungsfähigkeit der Spermien eingeschränkt, sodass es nicht zur Befruchtung kommt. Zudem verändert sich die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten könnte. Spiralen bleiben für gewöhnlich mehrere Jahre lang in der Gebärmutter, bevor sie wieder entfernt werden.
  • Sterilisation: Sterilisation der Frau (Tubensterilisation und Salpingektomie), Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

    Bei der Frau werden in einer Operation die Eileiter verschlossen oder entfernt. Beim Mann werden die Samenleiter durchtrennt. Eine Sterilisation ist eine dauerhafte Verhütung. Sie kommt nur für Männer und Frauen infrage, die keine Kinder (mehr) bekommen wollen.
  • natürliche Familienplanung (NFP): Kalender-Methode, Temperatur-Messung, Zervixschleim-Beobachtung, symptothermale Methode

    Dabei wird versucht, anhand bestimmter Körperzeichen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau zu erkennen. Dazu wird beispielsweise die Körpertemperatur gemessen und / oder der Schleim im Gebärmutterhals untersucht. Natürliche Methoden der Familienplanung erfordern Erfahrung in der Anwendung, um sicher zu sein.
  • Coitus interruptus („Rückzieher“):

    Beim Coitus interruptus zieht der Mann den Penis kurz vor dem Orgasmus aus der Vagina. Allerdings können schon vorher kleine Mengen Sperma austreten. Und nicht immer gelingt es, den Penis rechtzeitig herauszuziehen. Deshalb gilt er als sehr unsicher.

Perfekte und typische Anwendung

Um anzugeben, wie sicher eine Verhütungsmethode vor einer Schwangerschaft schützt, wird oft eine Prozentzahl verwendet. Diese gibt an, wie viele von 100 Frauen, die eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden, innerhalb eines Jahres trotzdem schwanger werden. Viele kennen dies unter der Bezeichnung „Pearl-Index“. Da der Pearl-Index aber beispielsweise keine Einnahmefehler berücksichtigt, wird er von Fachleuten eher nicht mehr zur Berechnung der Verhütungssicherheit verwendet.

Unterschieden wird bei neueren Berechnungen meistens zwischen einer „perfekten Anwendung“ und einer „typischen Anwendung“, auch „Alltagsanwendung“ genannt:

  • „Perfekte Anwendung“ bedeutet, dass die Nutzerin oder der Nutzer des Verhütungsmittels alle Anwendungshinweise beachtet, alles richtig macht und das Verhütungsmittel immer konsequent nutzt.
  • „Typische Anwendung“ steht für die Anwendung im Alltag – und da kommt es eben auch zu Fehlern oder „Verhütungspannen“, zum Beispiel, wenn man eine Pille vergisst oder zu spät einnimmt.

Sicherheit der Verhütungsmittel

Die Sterilisation und Spiralen verhüten sehr sicher. Hat die Ärztin oder der Arzt die Spirale einmal korrekt eingesetzt, kann man nichts vergessen und auch keinen Anwendungsfehler machen. Das gilt auch für das Verhütungsstäbchen.

Andere hormonelle Verhütungsmittel gelten ebenfalls als sehr sicher – jedoch nur, wenn sie immer richtig und konsequent angewendet werden. Werden zum Beispiel eine oder mehrere Pillen vergessen, ist die Verhütung nicht mehr so sicher.

Etwas weniger sicher sind die Barriere-Methoden. Ihre Verlässlichkeit hängt sehr davon ab, ob man sie richtig und konsequent anwendet.

Die natürliche Familienplanung ist nur dann recht sicher, wenn mehrere Körpersignale beobachtet und die Anwendungsregeln sehr genau eingehalten werden.

Es können auch mehrere Verhütungsmittel kombiniert werden – zum Beispiel Kondom und Pille oder Kondom und natürliche Familienplanung.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Verhütungssicherheit gängiger Methoden. Dabei ist aber zu beachten, dass es schwer ist, das Verhütungsverhalten und die Anwendung von Verhütungsmitteln in Studien zu erforschen. Die Zahlen schwanken von Studie zu Studie zum Teil deutlich. Die folgende Tabelle bietet deshalb nur eine grobe Orientierung.

Ungewollte Schwangerschaften im ersten Jahr pro 100 Frauen (%)
Perfekte Anwendung Typische Anwendung
Zum Vergleich: keine Verhütung 85 85
Hormonelle Methoden  
Pille, Minipille, Verhütungsring, Verhütungspflaster 0,3 3 – 9
Verhütungsstäbchen 0,1 0,1
Dreimonatsspritze 0,2 4
Barriere-Methoden  
Kondom 2 13
Frauenkondom 5 21
Diaphragma 4 – 14 12 – 18
Spiralen  
Kupferspirale, Kupferkette 0,6 0,8
Kupferball unklar unklar
Hormonspirale 0,1 0,2
Sterilisation  
Sterilisation Frau 0,5 0,5
Sterilisation Mann 0,1 0,1
Natürliche Familienplanung  
Symptothermale Methode 0,4 2
Zervixschleim-Beobachtung 3 23
Kalender-Methode 5 12
Temperatur-Messung unklar (gilt aber als unsicher) unklar (gilt aber als unsicher)
Sonstiges  
Coitus interruptus unklar (gilt aber als unsicher) 20

Wo man Verhütungsmittel bekommt

Für hormonelle Verhütungsmittel ist ein Rezept nötig, das man nach einer ärztlichen Beratung erhält. Damit kann man die Pille, die Minipille, den Verhütungsring und das Verhütungspflaster in der Apotheke kaufen oder online bestellen. Das Verhütungsstäbchen kann nur von einer Ärztin oder einem Arzt eingesetzt werden und wird in der Regel über die Praxis bestellt. Das gilt auch für alle Spiralen, die ebenfalls rezeptpflichtig sind – ob mit oder ohne Hormone.

Kondome und Diaphragmen sind rezeptfrei erhältlich, zum Beispiel in Drogeriemärkten, Apotheken oder im Internet. Beim Diaphragma ist es allerdings sinnvoll, es in einer Beratungsstelle oder Arztpraxis anpassen und sich beim korrekten Einsetzen anleiten zu lassen. Denn die richtige Größe und der richtige Sitz sind wichtig für die Verhütungssicherheit.

Kosten von Verhütungsmitteln

Verhütungsmittel müssen in der Regel selbst bezahlt werden. Für junge Frauen bis zum 22. Geburtstag tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für rezeptpflichtige Verhütungsmittel. Dazu gehören die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel sowie manchmal auch Spiralen.

In einigen Städten und Gemeinden werden auch für Empfängerinnen von Sozialhilfe oder Bürgergeld die Kosten für rezeptpflichtige Verhütungsmittel übernommen. Am besten fragt man im Jobcenter, Gesundheitsamt oder einer Beratungsstelle nach.

Die Kosten für Verhütungsmittel hängen von der Methode, der Packungsgröße oder der Arztpraxis (bei Eingriffen) ab. Manchmal fallen einmalig höhere Kosten an, zum Beispiel für die Sterilisation oder das Einsetzen einer Spirale. Bei anderen Methoden hat man regelmäßige Ausgaben, zum Beispiel für die Pille. Die Kosten für Kondome wiederum fallen nur an, wenn man Sex hat und deshalb ein Kondom gebraucht wird.

So teuer sind Verhütungsmittel ungefähr:

Verhütungsmethode Kosten
Pille (Kombi-Pille) etwa 20 Euro pro Monat
Minipille 7 bis 25 Euro pro Monat
Verhütungsring etwa 12 Euro pro Monat
Verhütungspflaster etwa 13 Euro pro Monat
Verhütungsstäbchen (Hormonimplantat) einmalig etwa 300 – 450 Euro (für 3 Jahre)
plus etwa 40 Euro für das Entfernen des Stäbchens
Dreimonatsspritze 30 bis 45 Euro pro Spritze
Hormonspirale einmalig etwa 400 Euro (je nach Modell für 3 bis 8 Jahre)
plus jeweils 20 bis 40 Euro für 1 bis 2 Kontrollen im Jahr
Kupferspirale einmalig 120 bis 300 Euro (je nach Modell für 3 bis 10 Jahre) plus jeweils 20 bis 40 Euro für 1 bis 2 Kontrollen im Jahr
Kupferkette einmalig 250 bis 300 Euro (für bis zu 10 Jahre) plus jeweils 20 bis 40 Euro für 1 bis 2 Kontrollen im Jahr
Kupferball einmalig 300 bis 500 Euro (für bis zu 5 Jahre) plus jeweils 20 bis 40 Euro für 1 bis 2 Kontrollen im Jahr
Kondom pro Stück ab 0,20 Euro
latexfreie Kondome ab 1 Euro
Frauenkondom pro Stück ab 2,30 Euro
Diaphragma pro Stück 40 bis 60 Euro (kann mindestens 2 Jahre verwendet werden) plus Verhütungsgel (10 Euro)
Sterilisation Mann einmalig 400 bis 750 Euro
Sterilisation Frau einmalig 600 bis 1000 Euro
Natürliche Familienplanung einmalige Kosten für ein Thermometer (5 bis 20 Euro), zusätzlich eventuell Kosten für Schulungsmaterialien und Beratung

Verhütungspannen und „Pille danach“

Manchmal misslingt die Verhütung oder wird sehr unsicher – etwa, weil ein Kondom platzt oder die Pille vergessen wurde. Möchte man nachträglich noch verhüten, gibt es zwei Möglichkeiten: die „Pille danach“ oder die „Spirale danach“. Dies wird als Notfallverhütung bezeichnet.

Die „Pille danach“ ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Die Apotheken beraten auch dazu, ob die Einnahme der „Pille danach“ sinnvoll ist und was zu beachten ist. Bis zum 22. Geburtstag tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, sofern die Frau ein ärztliches Rezept hat. Unabhängig vom Alter werden die Kosten immer dann übernommen, wenn ein Hinweis auf einen sexuellen Missbrauch oder eine Vergewaltigung besteht. Auch dann ist ein Rezept nötig. Ansonsten kostet die „Pille danach“ je nach Präparat zwischen 15 und 30 Euro.

Die „Pille danach“ enthält Hormone, die den Eisprung verzögern. Dadurch können die Spermien die Eizelle nicht mehr befruchten. Die „Pille danach“ wird einmalig eingenommen, am besten spätestens 12 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Einnahme kann aber bis zu fünf Tage nach dem Sex sinnvoll sein, weil die Spermien so lange fruchtbar sein können.

Die „Pille danach“ kann nur dann wirken, wenn sie rechtzeitig vor dem Eisprung eingenommen wird. Deshalb verhindert sie nicht jede Schwangerschaft. Es ist also sinnvoll, einen Schwangerschaftstest zu machen, sollte sich die Monatsblutung nicht wie gewohnt einstellen.

Die „Spirale danach“ ist eine gewöhnliche Kupferspirale, die eine Ärztin oder ein Arzt in die Gebärmutter einsetzt. Die Spirale verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Sie kann bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden – oder bis zu fünf Tage nach dem vermuteten Eisprung. Sie ist sicherer als die „Pille danach“. Die Kupferspirale kann mehrere Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn anschließend dauerhaft mit ihr verhütet wird.

Weitere Informationen

Die gynäkologische Praxis ist eine wichtige Anlaufstelle bei Fragen zur Verhütung. Männer können sich beispielsweise in einer urologischen Praxis beraten lassen. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden.

Bei Fragen rund um Sexualität und Verhütung kann man sich auch an Beratungsstellen wenden, die zu Verhütung, Familienplanung und Schwangerschaft beraten.

Welche Spiralen gibt es?

Es gibt folgende Spiralen:

  • Kupferspirale: Sie besteht aus einem meist T- oder ankerförmigen, etwa 3 cm langen Kunststoffstäbchen, das mit einem Kupferdraht umwickelt ist. Die Kupferspirale wird in die Gebärmutter eingelegt. Je nach Modell kann sie dort 3 bis 10 Jahre bleiben.
Die Grafik zeigt eine Kupferspirale. Sie besteht aus einem meist T- oder ankerförmigen, etwa drei Zentimeter langen Kunststoffstäbchen.
Die Grafik zeigt die Lage der Kupferspirale in der Gebärmutter.
  • Kupferkette: Sie besteht aus kleinen, etwa 5 mm langen Kupferröhrchen, die auf einen Nylonfaden aufgezogen sind. Die Kette wird mit einem Faden und einem kleinen Knoten in der Muskelwand der Gebärmutter befestigt. Sie kann bis zu 10 Jahre dort bleiben.
Die Grafik zeigt eine Kupferkette. Sie besteht aus kleinen, etwa fünf Millimeter langen Kupferröhrchen, die auf einen Nylonfaden aufgezogen sind.
Die Grafik zeigt die Lage der Kupferkette in der Gebärmutter.
  • Kupferball: Er besteht aus kleinen Perlen, die auf einen biegsamen Faden aufgefädelt sind. Dieser rollt sich in der Gebärmutter zu einem Ball mit etwa 1,5 cm Durchmesser zusammen. Der Kupferball kann 5 Jahre dort bleiben.
Die Grafik zeigt einen Kupferball. Er besteht aus Perlen, die aufgefädelt sind. Der Faden rollt sich in der Gebärmutter zusammen.
Die Grafik zeigt die Lage des Kupferballs in der Gebärmutter.
  • : Sie besteht aus einem T-förmigen, etwa 3 cm langen Kunststoffstäbchen mit einem Hormondepot. Sie wird in die Gebärmutter eingelegt und kann dort 3 bis 8 Jahre lang bleiben.
Die Grafik zeigt eine Hormonspirale. Sie besteht aus einem T-förmigen, etwa drei Zentimeter langen Kunststoffstäbchen mit einem Hormondepot.
Die Grafik zeigt die Lage der Hormonspirale in der Gebärmutter.

Wie wirken Spiralen?

Die Kupferspirale, die Kupferkette und der Kupferball geben kontinuierlich kleine Mengen Kupfer ab. Das Kupfer verhindert eine Befruchtung, indem es die Spermien weniger beweglich und weniger fruchtbar macht. Zudem verändert sich die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten könnte. Welche der drei Kupfer-Varianten am ehesten infrage kommt, lässt sich in der ärztlichen Beratung klären.

Die gibt kontinuierlich kleine Mengen des Hormons ab. Das Hormon verhindert eine Befruchtung, indem es den Schleim im Gebärmutterhals () verdickt, sodass Spermien nicht hindurchgelangen können. Zudem hemmt sie die Beweglichkeit der Spermien. Außerdem wird in der Gebärmutter weniger Schleimhaut aufgebaut. Dadurch wird verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten könnte.

Wie werden Spiralen angewendet?

Eine Ärztin oder ein Arzt setzt die Spirale ein. Wenn der Gebärmutterhals sehr eng ist, kann der Muttermund vorher mit einem Medikament geweitet werden. Zudem ist es möglich, ein Schmerzmittel einzunehmen. Dies wird vorab in einem Gespräch geklärt. Die Kupferkette kann nicht in allen gynäkologischen Praxen eingesetzt werden, sondern nur von Ärztinnen und Ärzten, die dafür geschult sind.

Die Spirale wird durch die Vagina eingeführt und in die Gebärmutter geschoben. Die Kupferkette wird zusätzlich in der Gebärmutterwand befestigt. An allen Spiralen befindet sich unten ein Rückholfaden, der ein Stück in die Vagina hineinreicht. Mit diesem Faden kann die Ärztin oder der Arzt die Spirale später wieder entfernen. Dabei kann ein Ziehen spürbar sein. Manche Frauen haben danach vorübergehend auch leichte Schmerzen. Nach dem Entfernen der Spirale kann man sofort wieder schwanger werden.

Unmittelbar nach dem Einsetzen wird per Ultraschall kontrolliert, ob die Spirale richtig liegt. Etwa sechs Wochen später erfolgt eine weitere Kontrolle. Von da an wird eine jährliche Kontrolle empfohlen. Die Frau kann den Faden auch selbst ertasten. Allerdings ist die Kontrolle des Fadens weniger zuverlässig als die .

Das Einsetzen einer Spirale ist bei bestimmten Erkrankungen der Gebärmutter, wie zum Beispiel Myomen, nicht immer möglich.

Wie sicher verhüten Spiralen?

Spiralen sind sehr sicher: Zwischen 0,1 % und 1 % der Frauen, die ein Jahr lang mit einer Spirale verhüten, werden schwanger. Zum Vergleich: Bei der Pille sind es – bei perfekter Anwendung – 0,3 % der Frauen. Außerdem sind mit einer Spirale praktisch keine Anwendungsfehler möglich.

Zur Sicherheit des Kupferballs gibt es bisher nicht ausreichend Daten.

Was kosten Spiralen?

Die Kosten für die verschiedenen Spiralen sind:

  • Kupferspirale: 120 bis 200 Euro – je nach Modell
  • Kupferkette: 250 bis 300 Euro
  • Kupferball: 300 bis 500 Euro
  • : 300 bis 500 Euro

Die Kosten beinhalten die Beratung, die Untersuchung, das Einsetzen der Spirale sowie die erste Kontrolle unmittelbar nach dem Einsetzen. Jede weitere Kontrolle kostet etwa 20 bis 40 Euro.

Was sind die Vorteile von Spiralen?

Vorteile von Spiralen sind:

  • Sie verhüten mit sehr hoher Sicherheit und es gibt keine Anwendungsfehler.
  • Spiralen können auch in der Stillzeit angewendet werden.
  • Nach dem Einsetzen einer Spirale muss man sich für einige Jahre nicht mehr um die Verhütung kümmern.
  • Die hat weniger Nebenwirkungen als andere hormonelle Verhütungsmethoden.
  • Die kann Regelschmerzen und starke Regelblutungen lindern. Die Monatsblutung kann auch ganz ausbleiben.

Was sind die Nachteile von Spiralen?

Nachteile von Spiralen sind:

  • Bei 1 von 1000 Frauen kommt es zu einer Verletzung der Gebärmutterwand – entweder direkt beim Einsetzen der Spirale oder später. Anzeichen dafür sind starke, anhaltende Schmerzen im Unterbauch und dass der Rückholfaden nicht mehr tastbar ist. Die Spirale wird dann meist entfernt. Die Verletzung verheilt in der Regel ohne Folgen.
  • Bei 5 von 1000 Frauen kommt es zu Infektionen der Vagina, der Gebärmutter oder der Eileiter. Das Risiko ist in den ersten Wochen nach dem Einsetzen am höchsten. Infektionen können gut mit behandelt werden.
  • Die Spirale kann verrutschen oder ausgestoßen werden: Innerhalb von 5 Jahren passiert dies bei etwa 50 von 1000 Spiralen. Am häufigsten geschieht dies im ersten Jahr nach dem Einsetzen. Der Kupferball verrutscht etwas häufiger.
  • Die kann Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Spannungsgefühle in den Brüsten verursachen.
  • Hormonspiralen können zu unregelmäßigen Monatsblutungen führen. In den ersten Monaten kann es außerdem zu Zwischenblutungen kommen, die danach meist verschwinden.
  • Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball können die Regelblutung verstärken. Manchmal nehmen auch Regelschmerzen zu.

Was ist besser: Hormon- oder Kupferspirale?

In mehreren Studien wurden Hormon- und Kupferspiralen miteinander verglichen. Diese zeigen: Die beiden Spiralen unterscheiden sich nur geringfügig. Beide schützen sehr sicher vor einer Schwangerschaft, die nur ein wenig besser als die Kupferspirale.

Auch zu Begleit- und Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schmerzen oder Entzündungen wurden insgesamt keine klaren Unterschiede gefunden – auch nicht dazu, wie oft und aus welchen Gründen sich Frauen die Spirale vorzeitig wieder entnehmen ließen. Auch die Lebensqualität unterschied sich nicht zwischen Frauen mit einer und Frauen mit einer Kupferspirale. Ein kleiner Unterschied findet sich bei den Kosten: Die Kupferspirale ist etwas günstiger als die .

Der größte Unterschied liegt aber in den Auswirkungen auf die Periode: Diese ist bei der Kupferspirale häufig verstärkt – bei der hingegen ist die Blutung oft schwächer oder bleibt ganz aus. Die Entscheidung zwischen Hormon- oder Kupferspirale kann also davon abhängen, wie die Frau die Wirkung der jeweiligen Spirale auf ihren Zyklus und ihre Periode bewertet.

Quellen

FSRH Guideline (January 2019) Combined Hormonal Contraception (Revision due by January 2024). BMJ Sex Reprod Health 2019; 45(Suppl 1): 1-93.

FSRH Guideline (March 2023) Intrauterine contraception. BMJ Sex Reprod Health 2023; 49(Suppl 1): 1-142.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Familienplanung.de: Verhütungsmethoden. 2023.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Hormonelle Empfängnisverhütung (S3-Leitlinie, in Überarbeitung). AWMF-Registernr.: 015-015. 2020.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Nicht hormonelle Empfängnisverhütung (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 015-095. 2023.

Pro familia Bundesverband. Verhütung. 2024.

Shen J, Che Y, Showell E et al. Interventions for emergency contraception. Cochrane Database Syst Rev 2019; (1): CD001324.

Teal S, Edelman A. Contraception Selection, Effectiveness, and Adverse Effects: A Review. JAMA 2021; 326(24): 2507-2518.

World Health Organization (WHO). Family Planning. A global handbook for providers. 2022.

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