Endometriose

Endometriose
Aktualisiert am: 06.04.2022· Nächstes Update: 2026
Quelle:Gesundheitsinformation.de

Einleitung

Endometriose-Herde können manchmal operativ entfernt werden. Dies kann Beschwerden lindern – allerdings nicht bei allen Frauen. Zudem können sich nach einer Operation wieder neue Herde bilden.

Die meisten Frauen behandeln Endometriose-Beschwerden wie starke Regelschmerzen zunächst medikamentös. Dafür gibt es Schmerzmedikamente und hormonelle Mittel wie Gestagene. Wenn dies nicht ausreicht oder eine Frau keine einnehmen möchte, kann eine Operation infrage kommen: Bei einer Bauchspiegelung kann eine Endometriose festgestellt und ihre Herde direkt entfernt werden – also Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, aber außerhalb der Gebärmutter wächst.

Ob eine OP die Beschwerden lindert, lässt sich nicht vorhersagen. Die Erfolgsaussichten hängen unter anderem davon ab, wie belastend die Beschwerden sind, wo sich die Herde befinden und wie ausgeprägt sie sind. Es ist wichtig, sich vorher ausführlich in einer spezialisierten Einrichtung beraten zu lassen.

Endometriose-Behandlung: Welche Möglichkeiten habe ich?

Vor der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung ist es sinnvoll, sich gut über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Diese Entscheidungshilfe unterstützt dabei.

Symptome

Das Hauptsymptom einer Endometriose sind Unterleibsschmerzen. Sie treten oft zusammen mit der Regelblutung auf, aber auch während oder nach dem Geschlechtsverkehr. Die Schmerzen können mal stärker, mal schwächer sein und in den Unterbauch, den Rücken und die Beine ausstrahlen. Sie werden oft als krampfartig erlebt und können von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein.

Wie sich die Schmerzen äußern, hängt auch davon ab, wo die Endometriose-Herde liegen und ob sie sich entzündet haben. Sie kommen am häufigsten am Bauchfell vor, das die Bauchhöhle auskleidet. Häufig sind zudem die Eierstöcke, der Bereich zwischen Gebärmutter und Enddarm (Douglas-Raum) sowie das zugehörige Bindegewebe betroffen. Die Herde können auch von außen auf der Gebärmutter oder in der Wand eines Eileiters wachsen. Wenn die Eierstöcke oder Eileiter befallen sind, ist oft die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Dies gilt auch, wenn die Herde in der Gebärmutterwand wachsen.

Manchmal bilden sich Endometriose-Herde auch in anderen Organen wie der Blase oder dem Darm. Das kann zu Problemen und Schmerzen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang führen. Sehr selten wachsen sie außerhalb des Beckens, beispielsweise in der Lunge. Dann ist Kurzatmigkeit eine mögliche Folge.

Eine Endometriose kann die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark einschränken.

Endometriose-Herde (Unterleib in Seitansicht)
Endometriose-Herde (Unterleib in Seitansicht)

Ursachen

In jedem Menstruationszyklus baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter neu auf. Wenn es zu keiner Befruchtung kommt, löst sie sich und fließt mit etwas Blut durch die Vagina (Scheide) ab: Es kommt zur Regelblutung.

Bei einer Endometriose siedeln sich auch außerhalb der Gebärmutter Gewebe-Inseln an, die sich wie die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) verhalten: In der ersten Hälfte des Monatszyklus wachsen sie heran und werden am Ende wieder abgestoßen. Das abgelöste Gewebe dieser Endometriose-Herde kann aber nicht einfach aus dem Bauchraum abfließen wie eine Regelblutung. Es verbleibt in der Umgebung des Endometriose-Herds.

Die Herde können zu Verklebungen und Verwachsungen zwischen Organen, zu Entzündungen oder Zysten führen. Je nachdem, wo sie sich bilden, können sie unterschiedliche Arten von Schmerzen auslösen – beispielsweise krampfartig oder stechend, vorübergehend oder chronisch.

Die genauen Auslöser für eine Endometriose sind noch nicht bekannt. Man vermutet, dass Hormone und eine familiäre Veranlagung eine Rolle spielen. So fördert Östrogen das Wachstum von Endometriose-Herden, Progesteron hemmt dagegen diesen Prozess. Bei einer Endometriose ist die hemmende Wirkung des Progesterons häufig beeinträchtigt. Auch das Immunsystem spielt vermutlich eine Rolle: Normalerweise sorgt die körpereigene Abwehr dafür, dass sich Gewebe aus einem Organ nicht in anderen Bereichen des Körpers festsetzt. Bei der Endometriose ist dieser Schutzmechanismus gestört.

Häufigkeit

Laut Studien haben bis zu 10 % aller Frauen im fruchtbaren Alter eine Endometriose – verlässliche Zahlen gibt es aber nicht. Viele Frauen haben „stille“ Endometriose-Herde, die sie nicht spüren. Bei Frauen mit chronischen Unterbauchschmerzen geht man davon aus, dass etwa 50 % von ihnen eine Endometriose haben.

Verlauf

Eine Endometriose tritt vor allem in den fruchtbaren Jahren einer Frau auf, also zwischen ihrer ersten und letzten Regelblutung. Selten macht sie sich schon vor der ersten Regelblutung bemerkbar.

Wie sich eine Endometriose entwickelt, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Manchmal bilden sich Endometriose-Herde auch ohne Behandlung zurück. Es kann bei leichten Beschwerden bleiben, sie können mit der Zeit aber auch stärker werden. Bei vielen Frauen klingen die Beschwerden nach der letzten Regelblutung (Menopause) ab – manchmal bleiben sie aber auch nach den Wechseljahren bestehen.

Im Verlauf der Erkrankung können sich Endometriose-Herde vergrößern, oder es bilden sich Zysten. Endometriose-Zysten an den Eierstöcken werden als Endometriome bezeichnet. Sie enthalten oft verdicktes braunrotes Blut, weshalb sie auch „Schokoladenzysten“ heißen. Wenn Zysten und Verwachsungen die Funktion der Eierstöcke und Eileiter stören, ist häufig auch die Fruchtbarkeit vermindert. Eine stark ausgeprägte Endometriose kann also ein Grund sein, wenn eine Frau nicht schwanger wird. Es ist jedoch unklar, ob dies auch für eine milde Endometriose gilt.

Endometriose-Herde sind gutartig: Auch wenn sie wachsen und manchmal andere Organe beeinträchtigen können, ist es extrem selten, dass sich aus ihnen Krebs entwickelt. Frauen mit Endometriose haben aber ein leicht erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Etwa 2 von 100 Frauen mit Endometriose erkranken im Laufe ihres Lebens daran – bei Frauen ohne Endometriose ist es etwa 1 von 100.

Folgen

Eine Endometriose mit starken Beschwerden kann fast alle Lebensbereiche einer Frau betreffen. Viele Frauen fühlen sich durch ihre immer wiederkehrenden Unterleibsschmerzen sehr stark belastet. Vor allem jungen Frauen mit starken Beschwerden kann es schwerfallen, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln.

Chronische Schmerzen können zu Müdigkeit, Reizbarkeit, Ängsten oder depressiven Verstimmungen führen. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr erschweren eine lustvolle Sexualität. Zudem kann eine ausgeprägte Endometriose den Wunsch nach eigenen Kindern unerfüllt lassen. All dies kann auch eine Partnerschaft erheblich belasten. Wiederkehrende Schmerzen können es schwer machen, alltägliche Aufgaben zu erledigen, den Beruf auszuüben oder Freizeitaktivitäten nachzugehen.

Diagnose

Da es für starke Unterleibsbeschwerden viele Ursachen geben kann, wird eine Endometriose oft erst nach längerer Zeit erkannt. Bei Frauen ohne Beschwerden ist die Diagnose oft ein Zufallsbefund. Das Ausbleiben einer Schwangerschaft ist häufig der Grund, ärztliche Hilfe zu suchen.

Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden, mit denen Ärztinnen und Ärzte versuchen, Endometriose-Herde und Verwachsungen zu erkennen und andere Ursachen für die Symptome auszuschließen. Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch über die Art der Beschwerden (Anamnese) und eine allgemeine körperliche sowie gynäkologische Untersuchung. Je nach Beschwerden können weitere Untersuchungen bis hin zu einer Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie) hinzukommen. Dabei können Endometriose-Herde auch direkt entfernt werden.

Behandlung

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten können helfen, die Symptome vorübergehend oder dauerhaft zu lindern. Eine medikamentöse Behandlung ist mit Schmerzmitteln und Hormontherapien möglich. Während Schmerzmittel allein die Beschwerden lindern können, bremsen hormonelle Mittel das Wachstum der Endometriose-Herde. Medikamente wirken allerdings nur, solange sie eingenommen werden – nach dem Absetzen können die Herde wieder wachsen und Beschwerden erneut auftreten.

Endometriose-Herde lassen sich auch operativ entfernen. Wenn sie zum Beispiel den Darm oder die Blase beeinträchtigen, kann das sogar die einzige Behandlungsmöglichkeit sein. Es ist jedoch möglich, dass die Operation nicht ausreichend hilft oder nach einiger Zeit erneut Beschwerden auftreten. Wenn auch das Entfernen der Endometriose-Herde nicht hilft und kein Kinderwunsch besteht, kann sich bei sehr ausgeprägten Beschwerden die Frage nach einer Entfernung der Gebärmutter inklusive Eileiter und Eierstöcken stellen.

Die erste Anlaufstelle bei Endometriose ist meist die Frauenarztpraxis. Für die Behandlung können sich Frauen auch an auf Endometriose spezialisierte Einrichtungen wenden – zum Beispiel an Endometriose-Zentren. Dort arbeiten speziell ausgebildete Fachkräfte aus verschiedenen Gesundheitsberufen zusammen. Diese zertifizierten Einrichtungen werden nach bestimmten Kriterien geprüft. Ziel ist, jeder Frau ein auf ihre Beschwerden und ihre Lebenssituation persönlich abgestimmtes Therapie-Paket anzubieten. Bei chronischen Schmerzen kann eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein.

Entscheiden

Ob hormonelle Therapien, Schmerzmittel oder eine Operation: Alle Behandlungsmöglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Zudem lässt sich schwer vorhersagen, ob und wenn ja, wie gut sie helfen. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Möglichkeiten zu kennen und zu schauen, welche für einen selbst infrage kommen.

Für die Entfernung der Gebärmutter gilt eine besondere Regelung: Ärztinnen und Ärzte, die diese Operation empfehlen, müssen ihre Patientinnen auf das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung hinweisen. Das bedeutet: Man hat die Möglichkeit, die Entscheidung für oder gegen den Eingriff noch einmal kostenlos mit einer anderen Spezialistin oder einem anderen Spezialisten zu besprechen.

Rehabilitation

Nach einer Operation oder wenn die Beschwerden trotz umfangreicher Therapie anhalten, besteht die Möglichkeit, eine Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung in Anspruch zu nehmen. Sie wird meist vom Sozialdienst der behandelnden Klinik organisiert. Die Rehabilitation wird in der Regel von der gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt. Manche Reha-Kliniken bieten speziell auf Endometriose ausgerichtete Therapieprogramme an.

Leben und Alltag

Endometriose ist eine Erkrankung, die viele wichtige Lebensbereiche betreffen kann – vom Selbstgefühl als Frau bis hin zu Partnerschaft, Familien- und Lebensplanung. Um einen Weg zu finden, trotz der Beschwerden eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten, müssen einige Entscheidungen getroffen werden. Dabei helfen gute Informationen – über die verschiedenen Therapien sowie über Möglichkeiten, das eigene Leben so zu organisieren, dass die Beschwerden den Alltag möglichst wenig belasten. Auch Maßnahmen wie Sport und Bewegung, Entspannungsverfahren oder psychologische Unterstützung empfinden viele als hilfreich. Manche Frauen versuchen es auch mit einer Ernährungsumstellung, besonders wenn durch die Endometriose Verdauungsprobleme auftreten. Aber leider gibt es bislang nur wenig Forschung dazu.

Wichtig ist eine gute Betreuung und Begleitung durch eine Ärztin oder einen Arzt, die oder der in der Diagnose und Behandlung von Endometriose sehr erfahren ist. Sie oder er sollte sich auch mit den körperlichen wie psychischen Belastungen und sozialen Auswirkungen der Erkrankung auskennen. Wenn schwierige Entscheidungen anstehen, wie zum Beispiel für oder gegen eine Operation, kann eine zweite Meinung hilfreich sein.

Um mit Endometriose und ihren möglichen Folgen umgehen zu können, ist eine gute Unterstützung durch nahestehende Menschen wertvoll. Dies setzt voraus, dass auch Angehörige über die Erkrankung informiert sind und Verständnis für die Belastungen aufbringen, die sie mit sich bringt. Für manche Frauen ist auch der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe eine wichtige Unterstützung. Entscheidend ist, dass jede Frau ihren eigenen Weg findet, mit der chronischen Erkrankung umzugehen.

Weitere Informationen

Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden. Mit einer Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten.

In Deutschland gibt es ein breites Angebot zur persönlichen Beratung und Unterstützung bei chronischen Erkrankungen. Eine Liste von Anlaufstellen hilft, Angebote vor Ort zu finden und zu nutzen.

Welche Operationsverfahren gibt es?

Eine Endometriose lässt sich häufig mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) behandeln. Dabei werden über kleine Schnitte dünne Rohre mit einer Kamera und den Operationsinstrumenten in den Bauchraum eingeführt (minimalinvasiver Eingriff). Selten wird mit einem herkömmlichen Bauchschnitt (Laparotomie) operiert. Eine Bauchspiegelung ist schonender.

Bei beiden Methoden werden die Endometriose-Herde unter entfernt. Man unterscheidet zwei Verfahren:

  • Bei einer Ablation wird das Gewebe mit einem Laser oder einer elektrisch aufgeheizten Sonde (elektrische Diathermie) abgetragen.
  • Bei der Exzision wird das Gewebe herausgeschnitten.

Beide Verfahren gelten als ähnlich effektiv. In Studien schnitt die Exzision aber etwas besser ab.

Was ist nach einem Eingriff zu beachten?

Der Eingriff kann oder stationär durchgeführt werden. Ob und wie lange eine Frau danach im Krankenhaus bleibt, hängt unter anderem davon ab, wie umfangreich der Eingriff war und ob chronische Schmerzen bestehen. Es wird meist empfohlen, sich körperlich etwa 2 bis 3 Wochen lang zu schonen und in dieser Zeit auf schweres Heben und Kraftsport zu verzichten. Wann man wieder arbeiten kann, ist unterschiedlich – das hängt davon ab, wie groß der Eingriff war und welcher Arbeit man nachgeht. Körperlich wenig belastende Tätigkeiten sind meist kurz nach Verlassen des Krankenhauses wieder möglich.

Wenn nach der OP Beschwerden wie Fieber, starke Bauchschmerzen oder Blutungen auftreten, ist es wichtig, schnell eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.

Was kann es bewirken, Endometriose-Herde zu entfernen?

Nur wenige aussagekräftige Studien haben untersucht, wie gut eine OP bei einer Endometriose hilft. Diese sprechen dafür, dass sie bei manchen Frauen die Beschwerden lindern kann. Nach 6 Monaten zeigte sich:

  • Ohne Endometriose-OP verringerten sich bei etwa 27 von 100 Frauen die Schmerzen.
  • Mit Endometriose-OP verringerten sich bei etwa 72 von 100 Frauen die Schmerzen.

Untersucht wurde dabei vor allem die Entfernung von Endometriose-Herden bei leichter bis mittelschwerer Endometriose. Zu schweren Formen fehlen verlässliche Studien.

Bei etwa 1 von 100 Frauen kommt es durch den Eingriff zu Organverletzungen oder anderen Komplikationen wie Infektionen und schweren Blutungen. Außerdem können die Beschwerden nach der OP bestehen bleiben oder nach einiger Zeit wieder auftreten. Denn Endometriose-Herde können sich neu bilden.

Ob eine OP helfen kann, hängt auch davon ab, wo sich die Endometriose-Herde befinden. Bei einer sehr ausgeprägten Endometriose ist der Eingriff zudem komplizierter und risikoreicher. Dies betrifft besonders Herde, die sich tief im Becken, um die Blase herum und am Darm befinden. Dann ist das Risiko höher, dass es zu Darm- oder Blasenverletzungen kommt.

Von wiederholten operativen Eingriffen wird in der Regel abgeraten. Gerade chronische Schmerzen können sich dadurch eher verschlechtern.

Hilft es, vor und nach einer OP Medikamente einzunehmen?

Viele Frauen verwenden vor und / oder nach einer Bauchspiegelung bestimmte Hormonpräparate. Infrage kommen Gestagene, die , die und GnRH-Analoga.

Diese sollen die Endometriose-Herde verkleinern, nicht entferntes Restgewebe ruhigstellen und Neubildungen vorbeugen. Studien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Hormonpräparaten nach einer OP das Risiko senkt, dass sich neue Endometriose-Herde bilden. Es gibt aber keinen Beleg dafür, dass die Anwendung vor einer OP einen Nutzen hat. Wer Hormonpräparate einnimmt, muss sie vorher jedoch nicht absetzen.

Kann eine Operation die Chance erhöhen, schwanger zu werden?

Endometriose kann die Fruchtbarkeit einschränken. Endometriose-Herde durch eine Bauchspiegelung zu entfernen, kann die Chance auf ein eigenes Kind jedoch erhöhen. In Studien wurden Frauen häufiger schwanger, nachdem sie sich operieren ließen. Nach einem Jahr waren etwa 20 von 100 Frauen schwanger, die sich nicht operieren ließen – dagegen etwa 30 von 100 Frauen nach einer OP.

Untersucht wurde vor allem die operative Entfernung von Endometriose-Herden bei leichter bis mittelschwerer Endometriose. Wie sich die OP bei schwereren Endometriose-Formen auswirkt, ist unklar.

Bei eingeschränkter Fruchtbarkeit gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie Hormonbehandlungen und eine künstliche Befruchtung. Dafür kann man sich an ein Kinderwunschzentrum wenden.

Wann kommt eine Entfernung der Gebärmutter infrage?

Eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) ist bei einer Endometriose eher die Ausnahme. Frauen erwägen sie meist nur, wenn die Endometriose ihr Leben sehr stark einschränkt, andere Behandlungen nicht erfolgreich waren und sie sicher sind, dass sie kein Kind mehr bekommen möchten. Sinnvoll ist eine Operation zudem nur, wenn die Untersuchungsergebnisse tatsächlich eine Besserung der Beschwerden erwarten lassen. Das gilt in erster Linie, wenn die Herde in der Gebärmutterwand liegen. Bei dem Eingriff können auch an die Gebärmutter angrenzende Herde entfernt werden.

Die Gebärmutter kann teilweise und vollständig entfernt werden. Bei der Teilentfernung wird der Gebärmutterkörper entfernt. Gebärmutterhals, Eileiter und Eierstöcke bleiben erhalten. Bei der vollständigen Entfernung wird die Gebärmutter einschließlich des Gebärmutterhalses entfernt. Je nach Situation können zusätzlich auch die Eileiter und Eierstöcke entfernt werden.

Was sind mögliche Folgen einer Gebärmutterentfernung?

Nur die Gebärmutter zu entfernen, garantiert nicht, dass die Endometriose danach geheilt ist. Wenn die Eierstöcke erhalten bleiben, ist es wahrscheinlicher, dass die Beschwerden bestehen bleiben.

Werden zusätzlich die Eierstöcke entfernt, entzieht das auch den übrigen Endometriose-Herden die , die sie zum Wachstum benötigen. Wird nur ein Eierstock entfernt, hat dies keine Folgen. Wenn aber beide Eierstöcke fehlen, werden keine weiblichen Geschlechtshormone mehr produziert und die Wechseljahre setzen abrupt ein. Das kann zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, trockener Scheide und Stimmungsschwankungen führen. Deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen eine Entfernung der Eierstöcke gut überlegt sein.

Manche Frauen haben nach dieser Operation durch den Wegfall der so starke Beschwerden, dass sie eine Hormonbehandlung mit wünschen (Hormontherapie). Dann können die Hormonpräparate erneut Endometriose-Beschwerden auslösen.

Bei einer Gebärmutterentfernung kommt es bei etwa 5 von 100 Frauen zu Komplikationen – zum Beispiel zu Verletzungen von Organen, Blutungen oder Infektionen. Zudem können wie bei allen Eingriffen im Bauchraum eine Folge sein, die Schmerzen oder Darmbeschwerden auslösen.

Quellen

Becker CM, Bokor A, Heikinheimo O et al. ESHRE guideline: endometriosis. Hum Reprod Open 2022; 2022(2): hoac009.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Diagnostik und Therapie der Endometriose (S2k-Leitlinie, in Überarbeitung). AWMF-Registernr.: 015-045. 2020.

Horne AW, Missmer SA. Pathophysiology, diagnosis, and management of endometriosis. BMJ 2022; 379: e070750.

Inhalt teilen

Passende Anbieter zu diesem Thema